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Mitgliederversammlung

ISN: Perspektiven und Planungssicherheit nötig

von , am
02.03.2017

Im Fokus der ISN-Hauptversammlung standen die dringend benötigte Planungssicherheit für Landwirte und der Bürokratieabbau.

Heinrich Dierkes wurde mit überwältigender Mehrheit erneut zum Vorsitzenden der ISN gewählt. © ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes

400 Mitglieder und Gäste kamen zur ISN-Versammlung, die unter dem Motto stand: Perspektiven und Planungssicherheit als Voraussetzung für eine erfolgreiche, zukünftige Schweinehaltung. Vor Ort waren auch Vertreter der drei größten Schlachtunternehmen. Josef Tillmann (Tönnis), Frans Stortelder (Vion) und Carsten Schruck (Westfleisch) diskutierten, was zwischen Asien-Boom und Tierwohllabel am Schweinemarkt noch geht und wie sich die Märkte und Preise künftig entwickeln.

Zu viel Bürokratie

Doch zunächst kritisierte der ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes die überbordende Bürokratie in allen Bereichen, sei es bei der Dieselrückerstattung oder bei den Audits des QS-Systems und der Initiative Tierwohl (ITW). Damit will er die Systeme und die eingeschlagenen Wege nicht in Frage stellen, aber er sieht erheblichen Gesprächsbedarf. Denn für den weiteren Erfolg seien sowohl QS als auch ITW auf die Akzeptanz der Landwirte angewiesen. Auf der anderen Seite fehlt ihm die Anerkennung für das, was Schweinehalter leisten.

Nationale Nutztierstrategie richtiger Weg

Deshalb sieht er auch anderer in der Pflicht: Die nationale Nutztierstrategie ginge in die richtige Richtung. Aber wenn die Gesellschaft immer höhere Anforderungen für das Tierwohl stelle, „dann brauchen wir auch eine Übereinkunft, wie die Gesellschaft dies finanzieren will“, so Heinrich Dierkes.

Dem Vorsitzenden der ISN fehlen auch Lösungen, wenn es um die Reihe von gesetzlichen Vorgaben geht, die sich je nach Fachrichtung beißen. "Kein Wunder, wenn Betriebsleiter dann gar nichts machen." Tierwohl in der Praxis: Politisch gewollt, abgewürgt zum Beispiel durch den Immissionsschutz.

Sauenhalter am Abgrund

Vor allem Sauenhalter müssten derzeit ohne Planungssicherheit am Markt agieren, so Heinrich Dierkes. Nachdem vor drei Jahren alle Sauenhalter in ganz Deutschland auf die Einhaltung der Nutztierhaltungsverordnung überprüft wurden, werden aktuell dieselben Betriebe wieder überprüft, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass die Kastenstände zu schmal seien. Wenn das Wort von gestern heute nicht mehr gilt, und morgen schon neue Vorgaben umgesetzt sein müssen, ist ein wirtschaftliches Handeln für die Landwirte nicht mehr möglich. „Was wir brauchen sind leistbare Übergangszeiten und gute Stallkonzepte“, sagte Heinrich Dierkes.

Heinrich Dierkes wiedergewählt

Dass Heinrich Dierkes mit seinen Worten den Nerv der Schweinehalter traf, zeigt seine Wiederwahl zum Vorsitzenden mit überwältigender Mehrheit. Auch die Wiederwahl der weiteren Vorstandsmitglieder Thomas Gardewin, Christian Schulze Bremer und Philipp Schulze Esking in den ISN Vorstand war eindeutig. Für den aus dem Vorstand ausgeschiedenen Christian Haskamp rückte Christoph Selhorst nach. Auch alle vorgeschlagenen Kandidaten für den Beirat wurden mit eindeutigen Ergebnissen gewählt.

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