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Schwein

Schieben statt Lagern

von , am
24.08.2015

Anstatt anfallende Gülle im neu gebauten Maststall unter den Spalten zu lagern, lässt Andreas Gerling sie täglich automatisch abschieben.

Im neuen Maststall setzt Andreas Gerling auf eine besondere Gülletechnik. © Foto: Grave
Der Schweinestall von Andreas Gerling (32) ähnelt einem Milchviehstall – zumindest, was die Gülletechnik anbelangt. Jeden Morgen betätigt der Landwirt aus Diepenau den Schalter auf dem Zentralgang des Maststalls. Es folgt ein Zischen und schon geht es los: Das Seilzugsystem setzt sich in Gang und bringt den Schieber unter den Betonspalten in Bewegung. „Im Jahr 2011 habe ich einen neuen Maststall mit 1.925 Plätzen bauen lassen“, berichtet der Landwirt, der gemeinsam mit seinen Eltern zudem eine Ferkelaufzucht mit 760 genehmigten Plätzen betreibt. Die Babyferkel werden mit einem Gewicht zwischen 6 und 8 kg zugekauft. Zum Betrieb gehören außerdem ein weiterer Maststall mit 795 Plätzen und ein Pachtstall, in dem 520 Schweine unterkommen.

Frisch, einfach, günstig

Statt im neuen Stall bei der Gülletechnik auf die üblichen Verdächtigen, zum Beispiel Wannensysteme oder Wechselstauverfahren zu setzen, entschied sich Andreas Gerling für ein eher unkonventionelles Verfahren. „Ich suchte nach einer Technik, mit der sich die Gülle frisch, -einfach und kostengünstig in den Biogasreaktor einspeisen lässt“, erläutert der Landwirt. Denn zum Betrieb gehört außerdem eine Biogasanlage mit 500 kW Leistung. Diese befindet sich direkt neben dem Maststall, wurde parallel gebaut und wird zu 35 Prozent mit Gülle betrieben. An das Wärmenetz sind knapp 50 Wohnhäuser angeschlossen.
Außerdem wird der neue Maststall mit der Abwärme versorgt. Dieser besteht aus fünf Abteilen mit Sortierschleusen. Jedes Abteil ist für eine Großgruppe mit 385 Schweinen ausgelegt. Im Hinblick auf die Gülletechnik, die hier verbaut werden sollte, stand ein Wechselstauverfahren zwar anfangs zur Diskussion, aber die Idee verwarf Andreas Gerling prompt wieder. „Hierbei wären Lagerungszeiten von drei bis vier Monaten nötig. Zudem hätte die Gülle etwa 70 cm aufgestaut werden müssen, damit die Kanäle sauber sind, nachdem man sie ablässt“, gibt er zu bedenken.
Also musste eine Alternative her. Andreas Gerling besuchte deshalb Sauenhalter und Mäster in Dänemark, um sich von ihnen Tipps einzuholen. Hier ist die Schiebetechnik in der Schweinehaltung schon seit Jahren etabliert. „Ich beschloss, einen dänischen Stalleinrichter zu beauftragen“, erinnert er sich. ag
Der vollständige Beitrag ist in dlz primus Schwein September 2015 erschienen.
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