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Jagdfieber

von , am
26.01.2015

Schadnager Ratten bekämpfen – das ist seit September 2013 nicht mehr für alle unbegrenzt möglich. Wir haben für Sie die Profis begleitet und Wissens- und Mauerlücken schließen lassen.

Schädlingsbekämpfer Georg Bünker hat den richtigen Riecher und platziert die Köderkisten an den richtigen Stellen auf dem Hof. © Foto: Struck
Das Ziel immer vor Augen. So sitzt Schädlingsbekämpfer Georg Bünker in seinem grauen, etwas in die Jahre gekommenen Auto auf dem Weg zu seinen Kunden, seinen Landwirten. Auf der Ablage, immer in Sichtweite hockt, durch die Frontscheibe blickend eine Ratte. Überlebensgroß und aus Kunststoff. „Ich finde sie witzig und die Leute kennen mich schon so“, erzählt der von vielen sogenannte Rattenfänger von Freren. Er betreut rund 100 Landwirte in einem Radius von etwa 40km um das im niedersächsischen Emsland liegende Freren.
„Das Problem generell auf den Betrieben ist, dass sich die Landwirte nicht ausreichend genug mit dem Thema Schadnager beschäftigen“, erzählt Georg Bünker, während er auf den Hof fährt. „Das liegt meist daran, dass einfach viel zu tun ist und Arbeiten an Zeiten gebunden sind.“
Doch dass man schnellstens und konsequent beim Auftreten von, sich sehr schnell vermehrenden Ratten und Mäuse handeln sollte, zeigen die vielen Folgen des Befalls.
Sie knabbern an Isoliermaterialien und sorgen so für materielle Schäden. Beschädigte Kabel haben da oft noch weitgehendere Folgen. Sie können dafür sorgen, dass technische Geräte wie die Lüftung oder Fütterung ausfallen.
Darüber hinaus übertragen vor allem Ratten bedeutende Krankheiten und das nicht nur im eigenen Bestand, sondern auch über den Zuzug von außen aus anderen Betrieben. Die Keime verteilen sie vor allem über den Kot (15.000 Kotbrocken pro Jahr) und ihren Urin (fünf Liter pro Jahr).
Deshalb ist vor allem bei engliegenden Betrieben eine gemeinsame Bekämpfungsstrategie, die auch hier nicht nur sporadisch, um den gesetzlichen und privatwirtschaftlichen Vorgaben zu genügen geschehen, notwendig.

Wie eine Ratte denken

Hier setzen schon viele Landwirte auf die Arbeit des Schädlingsbekämpfers. Sie übernehmen die Dokumentationspflicht, erstellen Bekämpfungsschemata, setzen Köder gezielt und kontrollieren sie. Die Bekämpfungserfolge und die Erfolgsdauer sind hierbei oft höher. Das liegt vor allem daran, dass sie sich in das Denken und Reagieren der Tiere hineinfühlen können, das Tier sehr gut kennen.

Auch Georg Bünker kennt die oft Ekel auslösenden Tiere sehr gut. „Ratten sind nicht besonders klug, aber misstrauisch. Sie lassen sich nicht einfach mit einem Häufchen Rattengift bekämpfen.“ Die Schadnager besitzen zum Beispiel eine Art Warnsystem. Zuerst probieren die jungen Tiere von dem Futter. Überleben sie es, trauen sich nach zwei bis drei Tagen auch die Älteren. Wird ein Tier von dem Futter allerdings krank oder verendet an der Futterstelle, markieren die älteren Ratten mit ihrem Urin den Haufen und warnen damit ihre Artgenossen. „Daher verlangt das Beködern einer Hofstelle Geschick und den richtigen Blickwinkel“, erklärt der Schädlingsbekämpfer.
ah
 
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Februar 2015 erschienen.
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