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Tierwohl: Schweinehalter müssen frühzeitig planen

von , am
24.11.2014

© Lehr
Schweinehalter, die an der Brancheninitiative Tierwohl teilnehmen wollen, sollten sich frühzeitig für die Wahlpflichtkriterien entscheiden und am besten schon umsetzen. [[mehr]]
 
Dies haben Schlachtvieherzeugergemeinschaften ihren Mitgliedern auf der BBV-Woche für Erzeuger und Vermarkter in Herrsching vergangene Woche empfohlen. Die Brancheninitiative Tierwohl wird am 1. Januar 2015 starten. Ab diesem Zeitpunkt wird der Lebensmittelhandel vier Cent/kg Fleisch an die Tierwohl-Clearingstelle zahlen.
 
 
 

Kriterienkatalog wird in Kürze veröffentlicht

Isabella Timm-Guri, Bayerischer Bauernverband © Josef Koch
Schweinehalter werden sich nach derzeitigem Stand Ende des ersten Quartals 2015 über ihren QS-Bündler für die Brancheniniative Tierwohl anmelden können. Dabei müssen sie angeben, wann sie die gewählten Kriterien wie "Raufutter", "mehr Platz", Ebermast, Offenfrontstall etc.  innerhalb eines sechs Monatszeitraumes umsetzen können und wieviele Tiere sie im Jahr voraussichtlich liefern werden. Sollten jedoch die finanziellen Mittel von 65 Mio. Euro pro Jahr nicht ausreichen, werden die Landwirte mit einem frühen Umsetzungstermin bevorzugt.
 
Schweinemäster müssen einen Mindestbonus von 3 Euro/Tier, Sauenhalter von 2 Euro/Tier und in der Ferkelaufzucht sind von 1 Euro je Tier nötig. Maximal sind jeweils das Dreifache der Mindestboni möglich.  Zusätzlich ist ein fester Basisbonus von 500 Euro/Betrieb vorgesehen. Die endgültigen Kriterienkataloge sollen Ende November veröffentlicht werden, stellte Isabella Timm-Guri, BBV, klar. 
 
 

Zügig Auditkontrollen geplant

Wer daher in den kommenden Woche zum Beispiel neue Ferkel einstallt, sollte aufpassen, dass er im Frühjahr das Kriterium "10% mehr Platz" auch einhalten kann. Daher müssten Schweinehalter schon jetzt weniger Ferkel einstallen. Denn Auditkontrollen sollen unmittelbar nach dem Umsetzungszeitpunkt stattfinden, erläuterte Isabella Timm-Guri vom Bayersichen Bauernverband.
 
Neben der Basisanforderung QS-Teilnahme müssen Schweinehalter auch die Anforderung 1,5 Prozent Tageslicht pro Abteil im Durchschnitt einhalten. Zudem sind zum jährlichen Audit auch Trinkwasser- und Klimachecks (Stalllüftung) vorzulegen, sowie eine Auswertung der Schlachtbefunddaten. 
 
Um die Kosten für das Audit gering zu halten, raten QS-Bündler Schweinehaltern, alle notwendigen Unterlagen zum Audit bereitzuhalten. So ließen sich die Kosten gering halten. Pro Stunde liegen die Auditkosten bei ca. 90 bis 100 Euro, hieß es.   
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