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Trinkmilch und Butter werden günstiger

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von , am
04.05.2015

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat mit Erstaunen auf Berichte reagiert, dass sich die Molkereien und der Lebensmitteleinzelhandel in ihren derzeit noch laufenden Verhandlungen auf niedrigere Preise für Trinkmilch geeinigt hätten.

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"Eine Preissenkung ist angesichts des geringeren Angebots als im Vorjahr nicht nachzuvollziehen. Gänzlich unverständlich werden Preissenkungen jedoch, wenn man die derzeitigen Forderungen des Lebensmitteleinzelhandels nach höheren Tierschutzstandards berücksichtigt. Investitionen der Milchviehhalter in diesem Bereich verlangen auch Berücksichtigung bei den Verbraucherpreisen", erklärt Udo Folgart, Milchbauernpräsident und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV).
 
Für Preissenkungen gebe es keine rationale Begründung und keinerlei Spielraum. Derzeit liegt die Milchanlieferung in Deutschland zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch EU-weit drosseln die Milchbauern derzeit die Milchproduktion und liefern weniger Milch ab als noch vor zwölf Monaten.
 
Nach dlz-Recherchen mussten die Molkereien bei Trinkmilch ein Minus von 4,5 bis 5 Cent/l für die kommenden sechs Monate hinnehmen. Bei Butter gingen die Preise um bis zu 50 Cent/kg zurück. Allerdings soll der Kontrakt nur einen Monat laufen.  

Schwächere Milchpreise zu erwarten

Da ab Mai die Molkereien weniger Geld für Trinkmilch und Butter erhalten, müssen Landwirte ab Mai mit schwächeren Milchpreisen rechnen. Bereits im April hat sich die Milchverwertung +über alle Produkte leicht verschlechtert. So ist der Milchwert Deutschland um 0,6 Cent/kg auf unter 30 Cent/kg gefallen. Vor allem die Verwertung über Butter und Magermilchpulver war im April schwächer. Der Kieler Rohstoffwert, der die Verwertung von Buter und Magermilchpulver an den Spotmärkten umfasst, ging sogar um 2,5 Cent/kg zurück.


BDM fordert runden Tisch bundesweit

Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) erwartet, dass die Molkereiwirtschaft die im Raum stehenden Kontraktabschlüsse so nicht realisiert bzw. deren Folgen nicht auf die Milchviehhalter abwälzt, sondern das Marktrisiko der schlechten Abschlüsse konsequent selber trägt.
 
Von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt fordert der BDM, dass er alle Branchenvertreter an einen Tisch bringt, um Lösungsansätze zu diskutieren, wie die untragbare Situation, dass die Milchviehhalter bisher das Marktrisiko alleine tragen, aufgelöst werden kann.
 
Alle politischen Entscheidungsträger sind gefordert, den Beschlüssen der deutschen Agrarministerkonferenz und der EU-Ebene, ein Frühwarnsystem für den Milchmarkt installieren zu wollen, umgehend Taten folgen zu lassen.
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