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Trockenheit: Bonde erweitert Brachflächen-Nutzung

von , am
21.08.2015

Baden-Württemberg hat Maßnahmen ergriffen, um den Landwirtern zu helfen, die aufgrund der dauerhaften Hitze und Trockenheit in diesem Sommer Schaden erlitten haben.

© Werkbild
"Wir unterstützen die Landwirtinnen und Landwirte gezielt und unkompliziert“, sagte Landwirtschaftsminister Alexander Bonde. So habe Landesregierung die landwirtschaftliche Rentenbank gebeten, das Liquiditätshilfeprogramm für alle trockenheitsgeschädigten Betriebe zu öffnen. Dadurch können betroffene Bauern zinsgünstige Darlehen erhalten, um zum Beispiel Futter zu kaufen.
 
Darüber hinaus erhalten trockenheitsgeschädigte Betriebe im Land Hilfe im steuerlichen Bereich.  Infrage kämen insbesondere Maßnahmen wie Steuerstundungen ohne Stundungszinsen, Herabsetzungen der Vorauszahlungen für Einkommen- und Körperschaftsteuer oder auch ein vorübergehender Aufschub von Vollstreckungsmaßnahmen unter Verzicht auf Säumniszuschläge. Voraussetzung sei, dass die Betroffenen das zuständige Finanzamt durch entsprechende Anträge über die durch die Trockenheit hervorgerufenen Belastungen informieren. In begründeten Fällen werde den Betroffenen umgehend geholfen, macht Finanzminister Schmid.

öVF-Brachflächen im ganzen Land nutzbar

Neben den finanziellen Hilfen gibt es auch Änderungen der Vorschriften, mit denen den Landwirten ganz konkret geholfen wird. So wurden Ausnahmeregelungen, die bisher nur für den von der Hitze besonders stark betroffenen Main-Tauber-Kreis galten, auf ganz Baden-Württemberg ausgedehnt. Landwirte können ab jetzt auch Aufwuchs von Ökologischen Vorrangfeldern nutzen, um ihre Tiere zu füttern. Bauern, die EU-Direktzahlungen erhalten, müssen diese Vorrangfelder eigentlich brachliegen lassen.
 
 

Ökobauern dürfen konventionelles Futter zukaufen

Ökobauern dürfen außerdem auf Antrag beim Regierungspräsidium Karlsruhe konventionelles Futter zukaufen. Angesichts der immer stärkeren Auswirkungen des Klimawandels und des dadurch immer größeren Berufsrisikos für Landwirte forderte Bonde von der Bundesregierung zudem, eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage für Landwirte einzuführen. Durch diese könnten Landwirtinnen und Landwirte in guten Jahren einen Teil ihrer Einnahmen unversteuert für schlechte Jahre zurücklegen und blieben so handlungsfähig, führt Agrarminister Bonde aus.   
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