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Trotz drohender Abwanderung der Produktion sollen männliche Küken leben

von , am
14.09.2015

Das Töten männlicher Eintagsküken soll definitiv beendet werden. Nachdem auch vom Bundesministerium anscheinend kein wirksamer Einspruch kommt, bereitet der Bundesrat eine entsprechende Gesetzesinitiative vor.

Der Agrarausschuss stimmte einem Gesetzesentwurf aus Nordrhein-Westfalen zu. Dieser zielt darauf ab, das Töten von männlichen Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund zu verbieten, nur  um wirtschaftliche Nachteile zu vermeiden. Insbesondere geht es dabei um männliche Eintagsküken von Spezial-Legerassen. Es soll lediglich eine Übergangsfrist bis zum 30. Mai 2017 eingeräumt werden.
 

Geschlechtsbestimmung voranbringen

Die Bundesregierung soll bis Mitte 2016 einen Bericht über den Stand der Entwicklung technischer Verfahren und Methoden zur Geschlechtsbestimmung im Ei und ihre Eignung für einen flächendeckenden Einsatz in der Praxis vorlegen.
Der Deutsche Tierschutzbund hatte im Vorfeld den nordrhein-westfälschen Gesetzesantrag begrüßt. "Ein rein wirtschaftlicher Grund ist niemals "vernünftig" und rechtfertigt in keinem Fall die Tötung eines Mitgeschöpfes", erklärte Verbandspräsident Thomas Schröder.
 
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte die nordrhein-westfälische Initiative bereits zuvor als einen Versuch kritisiert, politisch zu punkten, ohne dem Ziel eines Ausstiegs aus der Kükentötung nur einen Schritt näher zu kommen. Sie berge sogar die Gefahr, dass ein Teil der Eiererzeugung aus Deutschland abwandere.
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