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Ufop kritisiert Oxfam

von , am
17.10.2014

© Archiv
Trotz der weltweit zu beobachtenden Rekordernten bei Getreide, Mais und Ölsaaten werden bestimmte Nicht-Regierungsorganisationen nicht müde, die Biokraftstoffbranche und die Biokraftstoffpolitik sachlich undifferenziert anzuprangern, kritisiert die UFOP. [[mehr]] So hat kürzlich Oxfam öffentlich behauptet, dass die Bundesregierung mit der Anhebung der Treibhausgasminderungspflicht zum 1. Januar 2015 von 3 auf 3,5 Prozent die Hungerbekämpfung und den Klimaschutz der deutschen Biospritbranche opfere.
 
Durch die auszugsweise Wiedergabe der Beschlussfassung des Deutschen Bundestages erfährt der Leser aber nicht, dass die Treibhausgas-Minderungspflicht ab 2017 um 0,5 auf 4 Prozent und ab 2020 von 7 Prozent auf 6 Prozent gesenkt wurde. Mit der Aussage, dass die 0,5-Prozent Erhöhung einer Anbaufläche von 250.000 Hektar entspreche, wird erneut die imaginäre Tank-Teller-Debatte befeuert.
 
 

Höhere Preise haben auch Entwicklungsländern geholfen

Oxfam nimmt zu der negativen Preisentwicklungen an den internationalen Agrarmärkten keine Stellung. Der Preissturz bei den Rohstoffmärkten ist allenthalben an den Preisen in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels abzulesen. So nähern sich die Preisnotierungen für Pflanzenöle an den internationalen Märkten zunehmend den Preisen für fossiles Rohöl bzw. Dieselkraftstoff an, hält die Ufop fest. Der europäische Biokraftstoffmarkt ist folglich mit einem Absatz von etwa 11 Mio. Tonnen Biodiesel in 2014, der nach Schätzung der UFOP in gleicher Größenordnung auch 2015 zu erwarten ist, ein dringend notwendiger Marktpuffer, um diese negative Preisentwicklung abzufedern. Der Preis für Rapsöl bestimme mit über 40% Rohstoffanteil maßgeblich den Erzeugerpreis.
 
Die FAO weist dagegen daraufhin, dass in den vergangen Jahren auch die Landwirtschaft in Entwicklungsländern von steigenden Lebensmittelpreisen profitiert hatte, um Investitionen in die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion zu finanzieren. Die UFOP betont, dass der Anteil der Hungernden zwar nach Angaben der FAO auf 805 Millionen gesunken sei, gemessen an der Weltbevölkerung von 7,2 Milliarden Menschen, aber immer noch viel zu hoch ist.
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