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Vermarktungsstrategien entwickeln

von , am
20.04.2015

Da die Preise für Getreide-, Raps oder Kartoffeln stark schwanken, müssen Landwirte sich stärker mit Vermarktungsstrategien auseinander setzen.

© Heudorfer
Je nach Marktphase können indes unterschiedliche Vermarktungsinstrumente in Betracht kommen, rät LfL-Experte Herbert Goldhofer auf dem 10. LfL-Marktforum.
 
So sind zum Beispiel beim Weizen die Preise innerhalb eines Kalenderjahres in Extremjahren um bis zu 169 Euro/t geschwankt. In den letzten beiden Jahren sind die Schwankungen zwar gesunken, lagen aber immer noch um die 70 €/t. Bei einer Vermarktungswege von rund 450 t pro Jahr bedeuten alleine die Schwankungen der letzten beiden Jahre 31.500 Euro mehr oder weniger an Verkaufserlös.
 

Unterschiedliche Modelle je nach Marktphase

Entscheidend beim Vermarkten sei jedoch, dass Landwirte wissen, zu welchen Kosten sie produzieren. So bieten diese betriebsindividueller "Auslöser" eine wichtige Entscheidungshilfe, um mit dem Handel ins Gespräch zu kommen.
 
Nach Goldhofers Meinung eignen sich zum Beispiel in Hochpreisphasen zwischen 240 und 218 €/t Weizen, der Abschluss von Vorkontrakten oder der Verkauf über die Matif. In mittleren Preisphasen (180 bis 220 €/t) können auch Mindestpreismodelle des Handels in Frage kommen, da Landwirte dabei von steigenden Preisen profitieren und zugleich Mindestpreise abgesichert haben. Allerdings müssten Landwirte dabei vor allem auf die höheren Kosten der Modelle achten. 
Befinden sich die Preise dagegen eher im unteren Bereich, also etwa zwischen 120 und 180 €/t können sich Einlagerung des Getreides, der Abschluss eines Prämienkontraktes sinnvoll sein. So legt der Landwirt beim Prämienkontrakt nur den Preisabstand zum Börsenpreis fest, den Preis kann er dabei zu einem späteren Zeitpunkt fixieren. Auch der Verkauf der physischen Ware und gleichzeitig Kauf von Kontrakten an der Weizenbörse Matif (long hedge) können geeignete Instrumente sein, falls man auf steigende Preise setzt.

Serie Intensiv-Vermarkter verfolgen

Auf keinen Fall sollten Landwirte bis zur Ernte warten und nichts machen, warnt Goldhofer. "Das ist die schlechteste Variante". Nach Goldhofers Meinung sollten Landwirte lieber auf Prognosen verzichten und stattdessen Vermarktungsstrategien entwickeln.

In unserer aktuellen dlz-Serie Intensiv-Vermarkter können Sie regelmäßig verfolgen, wie ein vermarktungserfahrener Landwirt für seine kommende Weizenernte 2015 und sogar 2016 sowie für seine Kartoffeln die besten Preise abzusichern.
 
Der neue Teil der dlz-Serie erscheint in der dlz-Ausgabe Mai 2015. Wenn Sie noch kein dlz-Abonnent sind, können Sie hier ein kostenloses Probeheft anfordern.
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