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Weniger AFP-Anträge in Niedersachsen

von , am
12.11.2014

In Niedersachsen ist die Zahl der Förderanträge nach dem Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) in diesem Jahr sehr stark zurückgegangen. Das berichtet der Landesbauernverband Landvolk Niedersachsen.

© landpixel
Nur noch 69 Landwirte haben in Niedersachsen dieses Jahr einen Antrag auf Investitionsförderung für Neubauten gestellt. In den Vorjahren gingen pro Jahr zwischen 600 und 1.000 Anträge bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein. Trotz der Reduzierung des Budgets von 40 auf rund 10 Millionen Euro können in diesem Jahr daher alle Antragsteller mit einer Bewilligung ihrer Anträge rechnen. Der Bauernverband führt den Rückgang auf erhöhte Tierschutzanforderungen zurück, die die Baukosten erheblich erhöhen.
 
Der Schwerpunkt der Förderung hat sich ebenfalls verschoben. Es werden zwar noch in 55 Fällen Stallbauten gefördert, davon werden 35 der Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltung, 16 der Geflügelhaltung und fünf der Schweinehaltung zugerechnet. "Das sind aber nicht mehr die typischen Milchviehbetriebe, sondern eher extensive Mutterkuhhalter", sagt Dr. Wilfried Steffens vom Landvolk Niedersachsen. Die übrigen Anträge beinhalten im Wesentlichen Siloplatten sowie Obst- und Kartoffellagerhallen. Mithilfe eines Punktesystems wurde eine Rangfolge aller Anträge gebildet. Zusätzliche Punkte bekommen zum Beispiel diejenigen, die von der Anbindehaltung auf tierfreundlichere Laufställe umstellen wollen, deren Bauvorhaben in einem Landkreis mit geringer Viehdichte liegt, sowie Junglandwirte und Existenzgründer.

Restriktive Vorgaben

Förderfähig sind nur noch Vorhaben, die besondere Anforderungen in den Bereichen Umwelt-, Klima- oder Verbraucherschutz sowie bei Stallbauinvestitionen im Bereich Tierschutz erfüllen. Für viehhaltende Betriebe gilt, dass der Viehbestand nach Abschluss der Investition zwei Großvieheinheiten je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche nicht überschreiten darf, bestimmte Obergrenzen bei den Tierzahlen eingehalten werden müssen, eine Güllelagerkapazität für mindestens neun Monate vorhanden sein muss. Mit dem starken Antragsrückgang aufgrund dieser restriktiven Vorgaben in der Tierhaltung hat sich auch die regionale Verteilung der Anträge verschoben. Je 14 Bauernhöfe liegen im Einzugsbereich der Bezirksstellen Ostfriesland und Uelzen, elf in Bremervörde und neun in Hannover.
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