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Weniger Schweine erzeugen?

von , am
17.09.2015

© EPP
Erik Thijssen. Ferkelerzeuger aus Schwepnitz in Sachsen und Präsident der European Pig Producers (EPP) fordert er seine Kollegen auf: "Lasst uns mal Gedanken machen über "Weniger ist Mehr". Der Grund: seit mehr als 1,5 Jahren ist die Erlössituation auf dem Schweinemarkt in Europa katastrophal. In diesem Jahr nahm der Schweinefleischerzeugung laut Eurostat gegenüber der Vorjahresperiode noch einmal um 560.000 t oder 5,2 Prozent auf 11,4 Mio t zu.
 
Gleichzeitig stellt Thijssen fest, dass europäische Produzenten aufgrund höherer Produktionskosten mit Wettbewerben aus Übersee nicht konkurrieren können. "Wenn ich an das neue Freihandelsabkommen (TTIP) mit den U.S.A. denke und feststelle, dass unsere Kollegen in Übersee in der Lage sind, Schweinefleisch 30 % billiger zu produzieren, weil sie komplett andere Anforderungen gestellt bekommen, dann hoffe ich, dass unsere Vertreter in Brüssel, den Begriff Chancengleichheit nicht vergessen", sorgt sich Thijssen imDLG-Internetportal.
 

 
 
 

Qualität vor Masse

Qualität vor Quantität ist seine Überlegung. Die Politik dagegen wirbt weiter für Marktorientierung. Dass deutschen Landwirte beide Märkte bedienen können, beweisen sie jeden Tag. Ob Qualität vom deutschen Verbraucher außerhalb von Nischen überhaupt honoriert wird, darf angezweifelt werden.
 
Nach Thijsssens Meinung sollten Schweinehalter sich Gedanken machen über eine Neuaufstellung ihrer Haltung gegenüber den Schlachthöfen. "Nur sie sind unsere einzigen Kunden, nur sie kaufen unsere Schweine." Es ist wichtig, dass die Schlachthöfe in der Lage seien, Produkte zu entwickeln, welche nicht nur in Europa, sondern auch weltweit Absatz finden. "Wenn wir dazu kommen, gemeinsam zu bestimmen, wie viel Fleisch auf welchem Moment am besten verkauft werden kann, dann wäre es vielleicht möglich, das Tal im Schweinezyklus zu beeinflussen. Es wäre damit kürzer und weniger tief", meint der EPP-Präsident.
 
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