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Westfleisch: Landwirte erhalten mehr Boni

von , am
11.06.2015

Die Westfleisch-Gruppe hat ihr Tätigkeitsfeld 2014 mit der Übernahme der Standorte in Dissen und Bakum und dem Ausbau der Veredlung bei Dog’s Nature erneut ausgeweitet.

© landpixel
Mit 4.218 Anteilseignern und knapp 5.000 Mitarbeitern hat die Westfleich eG einen Umsatz von rund 2,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das waren 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Insgesamt konnte der Konzern im operativen Ergebnis einen Zuwachs von 4,2 Mio. Euro auf  12,6 Mio. Euro gegenüber Vorjahr verzeichnen. Von dem positiven Jahresergebnis profitieren jetzt die landwirtschaftlichen Kooperationspartner: "Wir beteiligen unsere Vertragspartner am Ergebnis und stocken den Gesamtbetrag der Sonderboni nochmal um gut 1 Mio. Euro auf knapp 2,82 Mio. Euro.
Je Schwein sollen Vertragslandwirte 0,40 Euro Sonderbonus erhalten, je Ferkel 0,35 Euro.
Je Bulle, Kuh oder Färse erhalten Landwirte 6 Euro Bonus, je Schlachtkalb 5 Euro.

Und mit einer Dividende von 4,5 Prozent und einer Verzinsung von mehr als 4,75 Prozent bei den Genussrechten profitieren auch die Anteilseigner und Inhaber von Genussrechten deutlich oberhalb des aktuellen Bankenniveaus“, hob der Westfleisch-Vorstandssprecher Giesen hervor.

Stärken konnte die Westfleisch auch ihr Eigenkapital um 12,5 Prozent. Sie verfügt nun über 212,6 Mio. Euro, was einer Eigenkapitalquote von 44,4 Prozent entspricht.

Weniger ins Drittland ausgeführt

Von den knapp 950.000 Tonnen Fleisch, was einer Steigerung von 4,7 Prozent entsprach, sind etwa 44 Prozent des Absatzes in den Export gegangen. Allerdings war der Export ins Drittland mit einem Minus von 7,4 Prozent deutlich geringer, verursacht durch das Importembargo Russlands und rückläufige Ausfuhren Richtung China. Die höhere Ausfuhr in EU-Länder (+ 3,4 %) milderte die Situation ab. 

Großes Plus bei Rindern

Bis auf die Sauensparte sind alle Bereiche im Absatz gewachsen: Schweinefleisch legt um 4,3 Prozent zu, Rindfleisch gar um 7 Prozent, Kalbfleisch um 6 Prozent. Mit einem Zuwachs um 7,2 Prozent habe vor allem die „Verlängerung der Werkbank“, so Giesen, nämlich die Fleischveredelung zum erfreulichen Gesamtergebnis beigetragen.
Dabei schlachtete Westfleisch mit knapp 7,6 Mio. Schweinen 2,6 Prouent mehr, bei Rindern kletterten die Schlachtungen um 11,8 Prozent auf 349.800 Tiere. Auch die Klälberschlachtungen legten um 5,4 Prozent auf 62.850 Tiere zu.
 
Mit dem weiteren Ausbau von WestfalenLand, IceHouse und Gustoland konnte die Genossenschaft seit 2005 eine erheblich größere Wertschöpfungstiefe realisieren. Mit mehr als 4.000 Tonnen verarbeitetem Fleisch pro Woche trägt dieser Sektor zu etwa einem Viertel zum Westfleisch-Gesamtabsatz bei. Stabilisierender Baustein ist auch der Erwerb der Wurstsparte von Aldenhoven 2014. Westfleisch will am Standort Erkenschwick eine Verarbeitungsmenge in Richtung 1.000 Tonnen pro Woche erreichen.
 
Aber auch die Bündelung des Viehgeschäftes im neuen Nutzviehzentrum in Nienberge hat Früchte getragen. Der Absatz von Ferkeln und Kälbern zur Mast stieg 2014 auf 2,56 Mio. Tiere, das war ein Plus von zusammen 7,3 Prozent. Dabei hat Westfleisch mehr Ferkel exportiert als eingeführt, um den Druck auf die hiesigen Sauenhalter nicht noch weiter zu verstärken. Mit dem neuen Ferkelpass (Premium- und Premium Plus-Ferkel) und einem engmaschigen Monitoring will Westfleisch gesunde Tiere in die Mast liefern und den Antibiotika-Einsatz mittelfristig halbieren.
 
Spannend wird, wie sich in diesem Jahr das Nutzviehgeschäft entwickeln wird, nachdem TönniesLivestock, die Viehhhandelsfirma von Tönnies, nicht nur Mitarbeiter von Westfleisch abgeworben hat, sondern auch Westfleischkunden.  
 

 
 
 
 
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