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Zahlen deutsche Milchbauern zuviel Superabgabe?

© Nordmilch
von , am
10.10.2014

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Bei der Saldierung der Milchquote bezieht das Bundeslandwirtschaftsministerium bzw. das Hauptzollamt offenbar ungenutzte Milchquote nicht in die Bundessaldierung mit ein.[[mehr]] Folge: Deutsche Bauern zahlen zuviel Superabgabe. So werden zum Beispiel ungenutzte Direktvermarkterquoten nicht berücksichtigt. In den vergangenen drei Jahren beliefen sich die ungenutzten Mengen der Direktvermarkter auf rund 30.000 t pro Jahr.

Unterstellt man, dass auch im laufenden Jahr die Nichtausnutzung in dieser Größenordnung liegt, müssten deutsche Milchbauern über 8 Mio. Euro (!) weniger Superabgabe nach Brüssel überweisen.

Ebenso schlummert in manchen Bundesländern noch ungenutzte Milchquote für spezielle Zwecke, die ebenfalls nicht zur Landesreserve zählt und damit bei der Bundessaldierung fehlt. So soll zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen im Umweltprogramm für Feuchtwiesen und Naturschutzflächen gut 1 Mio. kg Quote vorhanden sein, die bisher nicht an Landwirte ausgegeben wurden, wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfuhren. Würde diese Menge in die Landesreserve oder aber am Ende in die  Bundessaldierung fließen, könnte die Superabgabe für nordrhein-westfälischen Landwirte um weitere rund 278.000 Euro niedriger sein.

 

 

Schmidt muss Missstand schnell handeln

Am Ende kommt es bei der Höhe der Superabgabe auf jedes kg freie Quote an. Deshalb unser Appell: Augen auf beim Kehraus aller Quoten. Wir halten es für einen inakzeptablen Missstand, wenn ungenutzte Milchquote nicht saldiert werden kann!! Bundesagrarminister Christian Schmidt muss hier schnell handeln, damit Milchbauern wenigstens im letzten Quotenjahr nicht zuviel Superabgabe zahlen müssen.
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