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20 Jahre FNR

von , am
18.04.2013

Berlin - Zum 20-jährigen Bestehen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) fand in Berlin ein zweitägiger Kongress "Nachwachsende Rohstoffe und Energie für die Zukunft" statt.

Am 17. und 18. April veranstaltete die FNR den Kongress "Nachwachsende Rohstoffe und Energie für die Zukunft. © Fritz
Vor etwa 400 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden eröffnete Bundesministerin Ilse Aigner den Kongress mit den Worten "Die Nachwachsenden Rohstoffe sind schon lange kein Nischenprodukt mehr. Nicht zuletzt dank der erfolgreichen Tätigkeit der FNR, die in 20 Jahren insgesamt 2.500 Projekte gefördert und dafür 670 Millionen Euro bereitgestellt habe."

FNR vermittelt Themen rund um die Energiewende

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner eröffnete den Kongress.
Die FNR ist "heute das zentrale Kompetenzzentrum für Fragen rund um die stoffliche und energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Deutschland", betonte Aigner.
Mit jährlich rund 60 Millionen Euro fördern die 79 Mitarbeiter aber nicht nur Forschungsprojekte, sondern ist auch für weitere Aufgaben zuständig, zum Beispiel die Koordination von EU-Projekten oder Öffentlichkeitsarbeit. Mit über 550 Broschüren, 400 Kongressen, Messeteilnahmen und Beratungsangeboten ist die FNR ein wichtiger Akteur bei der Vermittlung der Themen Energiewende und Nachwachsende Rohstoffe in der Bevölkerung.

Sichere politische Rahmenbedingungen sind wichtig

Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, sei Weitsicht gefordert, sagte FNR-Geschäftsführer Dr. Andreas Schütte in seiner Ansprache. "Mit Fernlicht fahren", nannte er es, ein Bild, das auch mehrere der nachfolgenden Redner aufgriffen. Allerdings, ergänzte FNR Vorstandsvorsitzender D. Jörg Rothermel, brauche es neben der vorausschauenden Planung auch verlässliche politische Rahmenbedingungen, denn: "nur wenn Wissenschaft und Forschung mittelfristig kalkulieren können, dann wird auch in Forschung investiert".

Food und Feed

DBV-Präsident Joachim Rukwied betonte seine Überzeugung, dass die Landwirtschaft entgegen der Vorwürfe aus verschiedenen Lagern sehr wohl in der Lage sei, mehrere Versorgungsaufgaben zu erfüllen. "Wir haben das Potenzial, neben Food und Feed auch die Bereiche Fuel und Fibre zu bedienen!" Er widerlegte die Behauptung, Biotreibstoffe würden für Regenwaldabholzung und Hunger verantwortlich sein und warnte Brüssel vor der Einführung der geplanten iLUC-Faktoren.
 

Mit modernen Technologien die Produktion steigern

Carl-Albrecht Bartmer, DLG Präsident © Fritz

Die Eröffnungsrede am zweiten Tag des FNR-Kongresses hielt Cral-Albrecht Bartmer, Präsident der DLG. Er setzt ganz klar auf die Nutzung modernern Technologien, um die Produktivität weiter zu steigern.


Der Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Carl-Albrecht Bartmer,  eröffnete mit seiner Rede den zweiten Tag des FNR-Kongresses in Berlin. Er resümierte zunächst die vergangenen Jahre im Hinblick auf die Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Er zeigte auf, wie sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Damals gab es Getreideberge und Milchseen, es galt Überschüsse abzubauen. Heute zeigen die hohen Preise, wie knapp und gefragt die landwirtschaftlichen Produkte sind. Heute werden 21 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche für die Bioenergie genutzt. Auch Bartmer stellte die Frage, wieviel die Landwirtschaft noch leisten kann. Soll künftig mehr Fläche für die Produktion von Bioenergie zur Verfügung gestellt werden? Was ist sinnvoll für die gesamte Volkswirtschaft. Für ihn liegt die Antwort in der Produktivitätssteigerung durch die Nutzung moderner Technologien. Züchterischer und technischer Fortschritt können die Nachhaltigkeit und die Produktion in der Landwirtschaft weiter steigern.
 
Anke Fritz / agrarheute.com
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