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Solar

aleo solar: Umsatzrückgang durch schrumpfende Märkte in Europa

von , am
14.08.2013

Oldenburg/Prenzlau - Preisverfall und schrumpfende Märkte in Europa machen dem Photovoltaikhersteller aleo solar zu schaffen. Das zeigt sich auch in den Umsatzzahlen vom ersten Halbjahr.

Die Liquidation des börsennotierten Unternehmens aleo solar AG ist beschlossene Sache. © aleo solar
Die aleo solar AG hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 einen Umsatz von 68,3 Millionen (Mio.) Euro erzielt, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
 
Damit sei der Umsatz gegenüber dem ersten Vorjahreshalbjahr (166,4 Mio. Euro) um 58,9 Prozent gefallen. Das EBIT betrug ­­- 29,3 Mio. Euro (- 23,5 Mio. Euro), die EBIT-Marge lag bei - 42,9 Prozent (- 14,1 Prozent). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf - 2,54 Euro (- 1,87 Euro).


Nur in den USA wächst der Photovoltaik-Zubau

Die aleo solar AG agiert weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld. In ihren Kernmärkten ist nur in den USA ein wachsender Photovoltaik-Zubau zu verzeichnen. Im Hauptabsatzgebiet Europa ist aleo solar dagegen mit stark schrumpfenden Märkten konfrontiert. Zum Beispiel ging der Zubau in Italien gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 massiv von 2.005 Megawatt (MW) auf 676 MW zurück. In Deutschland verringerte sich die neu installierte Leistung ebenfalls stark von 4.374 MW auf rund 1.800 MW.
 
"Verschlechterte Einspeiseregelungen, schrumpfende Märkte und der Preisverfall führen zu einer nach wie vor sehr angespannten Situation", sagt York zu Putlitz, Vorstandsvorsitzender der aleo solar AG. "Wir begleiten unsere Kunden in Deutschland und Italien bei der Umstellung auf einen Eigenverbrauchsmarkt, unsere starke Marke und unsere Trainings sind dabei Pfeiler der Kundenbindung."

Modulpreise um ein Viertel gesunken

Neben der schwachen Nachfrage haben sinkende Verkaufspreise Umsatz und Marge der aleo solar AG belastet. Gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres sind die Modulpreise um rund ein Viertel gesunken. Im ersten und insbesondere im zweiten Quartal 2013 hat sich der rapide Preisverfall der Vorjahre jedoch deutlich ver­lang­samt.

Gespräche mit Investoren laufen

Die Robert Bosch GmbH, mit einem Aktienanteil von 90,7 Prozent Hauptaktionärin der aleo solar AG, hatte Ende März angekündigt, das Geschäftsfeld kristalline Photovoltaik aufzugeben. Seitdem wird ein Käufer zur Übernahme der Mehrheitsbeteiligung gesucht. Unabhängig von diesem Verkauf sichert die Robert Bosch GmbH der aleo solar AG die Finanzierung bis Ende März 2014 zu. Derzeit laufen Gespräche mit möglichen Investoren. In der zweiten Jahreshälfte 2013 soll ein Käufer bestimmt sein.

Das Unternehmen

Die aleo solar AG produziert und vertreibt Premium-Solarmodule und ist Systemanbieter für den weltweiten Photovoltaik-Markt. Das im Jahr 2001 gegründete und seit 2006 börsennotierte Unternehmen (DE000A0JM634) gehört seit 2009 mehrheitlich zur Bosch-Gruppe. Der Premium-Hersteller beschäftigt aktuell rund 850 Mitarbeiter und ist weltweit in den wichtigsten Photovoltaik-Märkten vertreten. Mit dem Werk in Prenzlau, Deutschland, verfügt die aleo solar-Gruppe über eine jährliche Produktionskapazität von 280 Megawatt. Das Unternehmen hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 279,9 Millionen Euro erwirtschaftet.
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