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Heizkrise und Gesundheit

Alternativen zum Heizen: Hier droht Gefahr!

Energiesparen
am Mittwoch, 05.10.2022 - 15:00 (1 Kommentar)

Angesichts hoher Kosten für Gas und Strom suchen Verbraucher nach Wegen, Geld zu sparen. Doch Vorsicht! Manche der Ansätze sind ebenso fantasievoll wie dämlich, manche können sogar tödlich enden.

Der heiße Sommer scheint eine Ewigkeit her zu sein, die Temperaturen fallen nachts schon empfindlich. Zudem haben Krieg und Krise die Energiekosten in bislang ungekannte Höhen getrieben. Kein Wunder, dass zurzeit alle Arten von Tipps zum Heizen und Energiesparen kursieren. Doch man sollte sich sehr genau überlegen, wie ein wenig Wärme in die Wohnung oder das Haus kommt. Lösungen Marke Eigenbau haben schon Menschen umgebracht.

Heizkosten gehen durch die Decke

Steigende Energiekosten sind kein neues Problem; bereits 2021 haben die Preise über alle Energieträger angezogen. Für 2022 wird etwa bei Gas ein durchschnittlicher Anstieg von 67 Prozent erwartet. Viele Menschen schauen mit Sorge auf die nächsten Energierechnungen. Keine Frage: Sparen ist das Gebot der Stunde. Tipps dafür gehen in zwei Richtungen: Die einen zeigen, wie man weniger Energie verbrauchen kann. Die anderen bringen alternative, billigere Heizmethoden ins Spiel. Was aber naheliegend und clever scheint, muss das nicht unbedingt sein.

Fragwürdige Teelichtöfen

Karriere machen im Moment Teelicht-Öfen. Das sind Gruppen von fünf Teelichtern, die einen Tontopf und damit einen Raum erwärmen. Abgesehen vom psychologischen Effekt bringt so ein Ofen wenig. Denn ein Teelicht hat eine Leistung von gut 30 Watt. Ein Mensch gibt 80 Watt ab. Nun könnte man natürlich dutzendweise Kerzen aufstellen. Aber erstens kostet das. Und zweitens setzt dies regelmäßiges Lüften voraus. Und drittens können unsachgemäß abbrennende Teelichter einen Brand auslösen; leitet sich die Wärme nicht ab, kann sich das flüssige Paraffin entzünden und ist mit Wasser nicht mehr zu löschen.

Gesundheitsgefahren durch Notheizungen

Auch andere Notheizungen sind nicht ohne Risiko. Die mobile Gasheizung, ein Petroleum-Heizer oder der Holzkohlegrill im Wohnzimmer entziehen der Luft beim Verbrennen Sauerstoff. Dabei entsteht Kohlendioxid. Ist der Sauerstoffgehalt zu niedrig, verbrennt das Heizmittel unvollständig zu Kohlenmonoxid. Immer wieder kommt es auf diese Weise zu tödlichen Unfällen.

Niedrigtemperaturen können Herzinfarkt begünstigen

Selbst ohne Brand und Atemnot gibt es Gesundheitsrisiken. Temperaturen unter 19 Grad scheinen noch akzeptabel zu sein. Das entspricht dem, was in öffentlichen Räumen Standard sein soll. Doch bereits 19 Grad führen bei Inaktivität zu kalten Gliedmaßen. Damit erhöht sich die Anfälligkeit für Infekte. Außerdem triggern niedrige Temperaturen Herzinfarkte; durch Kälte ziehen sich Blutgefäße zusammen, der Blutdruck steigt.

Schimmel durchs Atmen - ein gefährlicher Kreislauf

Zudem erhöht sich die Gefahr, Schimmel in der Wohnung zu fördern. Jeder Mensch atmet tagsüber einen halben Liter Wasser aus. Dazu kommt ein Liter, den er, ohne groß zu schwitzen, über die Haut verliert. Das heißt, diese Feuchtigkeit kann an kalten Wänden kondensieren und eine Basis für Schimmel liefern.

Legionellen-Gefahr: Zu kühles Warmwasser fördert gefährliche Keime

Wer konsequent eiskalt duscht, spart sicherlich. Aber das Reduzieren der Temperatur von üblichen 60 Grad auf 50 oder sogar darunter, kann Keime fördern. Besonders im Fokus stehen dabei Legionellen, das sind Bakterien, die zu Lungenentzündungen führen können. Aber 60 Grad sterben sie, aber zwischen 25 und 45 Grad vermehren sie sich bestens.

Alkohol ist auch keine Lösung

Sich mit einem Glühwein oder einem Schuss Rum in den Tee zu wärmen, ist auch keine gute Idee. Der Alkohol weitet die Blutgefäße, der Körper verliert Wärme schneller.

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