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Biogas

Arbeitskreis Biogas-Direktvermarktung gegründet

von , am
22.11.2013

Freising - Der direkte Verkauf von Strom wird auch für die Biogasbranche zunehmend wichtiger. Der Fachverband Biogas gründete nun einen Arbeitskreis Direktvermarktung, um das Wissen darüber zu bündeln.

Die erste Aufgabe, die sich der Arbeitskreis gestellt hat, ist die Veröffentlichung von Informationsmaterialien mit hilfreichen Erfahrungen aus der Praxis. © Mühlhausen/landpixel
Betreiber von Biogasanlagen mit einer Leistung von insgesamt rund 1.500 MW sind den Schritt zur Direktvermarktung bereits gegangen.
 
Aus diesem Grund hat der Fachverband Biogas e.V. am vergangenen Mittwoch den Arbeitskreis Direktvermarktung ins Leben gerufen. Neben Anlagenbetreibern mit großer Praxiserfahrung nahmen die im Fachverband Biogas organisierten Stromvermarkter an der konstituierenden Sitzung teil.

Arbeitskreis besteht aus Betreibern und Vermarktern

Die Teilnehmer wählten Bodo Drescher zum Sprecher des Arbeitskreises und Rainer Weng zu dessen Stellvertreter. "Wir wollen mit dem neuen Arbeitskreis zum einen das vorhandene Wissen rund um die Direktvermarktung bündeln und weitergeben und zum anderen Probleme und Hemmnisse bei der Weiterentwicklung der Direktvermarktung identifizieren und beseitigen", erklärt Dr. Stefan Rauh, Geschäftsführer im Fachverband Biogas und Koordinator des Arbeitskreises.
 
Um die verschiedenen Interessen optimal bearbeiten zu können, besteht der AK Direktvermarktung aus zwei Untergruppen: den Betreibern und den Stromvermarktern. In den jeweiligen Gruppen können die spezifischen Fragen diskutiert und anschließend in der großen Runde abgestimmt werden.

Flexibilität braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Alle Mitglieder des Arbeitskreises waren sich einig, dass die flexible Einspeisung von Biogasstrom ins Stromnetz von enormer Bedeutung für die Zukunft ist. "Die Branche ist bereit, die neuen Aufgaben zur Stabilisierung der Stromversorgung zu übernehmen. Sie ist dafür aber auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen", betont der neue AK-Sprecher Bodo Drescher. Deshalb sollte in den Koalitionsverhandlungen eine sinnvolle Weiterentwicklung der Biogasbranche sichergestellt werden, denn nur so seien die Firmen in der Lage, entsprechende Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Einstieg in die Direktvermarktung soll erleichtert werden

Auch Rainer Weng als Vertreter der Betreiber im neu geschaffenen Gremium unterstrich: "Viele Biogasanlagen-Betreiber sind bereit, sich den neuen Herausforderungen zu stellen, werden aber von unsicheren Rahmenbedingungen sowie unverhältnismäßig hohen Hürden bei der Flexibilisierung der Anlage abgeschreckt." Die Politik kann jetzt im Koalitionsvertrag und bei der anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Weichen in die richtige Richtung stellen. Die Mitglieder des Arbeitskreises wünschen sich vor allem Kontinuität, da sie die Instrumente aus dem EEG 2012 grundsätzlich positiv einschätzen. Diese sollten nicht vorschnell wieder radikal verändert werden.
 
Die erste Aufgabe, die sich die Teilnehmer der konstituierenden Sitzung gestellt haben, ist die Veröffentlichung von Informationsmaterialien mit hilfreichen Erfahrungen aus der Praxis. Damit soll Betreibern von Biogasanlagen der Einstieg in die Direktvermarktung weiter erleichtert werden.
 
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