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Windkraftanlage

Ausbau der Windenergie an Land kommt fast zum Erliegen

Windenergie
am
13.05.2019

An Land werden so wenige neue Windkraftanlagen errichtet wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das sind die Gründe dafür.

Der Ausbau der Windenergie an Land ist fast zum Erliegen gekommen. In den ersten drei Monaten des Jahres gingen lediglich 41 Windräder mit einer Leistung von 134 Megawatt ans Netz, wie die Fachagentur Windenergie an Land mitteilte. Das waren fast 90 Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres und so wenig wie zuletzt im vergangenen Jahrhundert, als der Ausbau der Windenergie begann. In 9 von 16 Bundesländern wurden gar keine neuen Windräder errichtet. Das ist der vorläufige Tiefpunkt einer Entwicklung, die bereits seit einem Jahr andauert.

90 Prozent aller Förderzusagen gingen an Bürger-Windprojekte

Ursache für den starken Rückgang sind die Ausschreibungen und Zuschläge im Jahr 2017. In dem Jahr gingen mehr als 90 Prozent aller Förderzusagen an Bürger-Windprojekte, die emissionsrechtlich noch nicht genehmigt waren. Viele dieser Windparks, die eine gesetzliche Vorzugsbehandlung gegenüber professionellen Investoren genießen, werden voraussichtlich nicht gebaut.

Von den 2688 Megawatt Leistung, die auf diese Weise einen Zuschlag erhielten, hatten bis April erst 167 Megawatt eine Genehmigung, so dass sie überhaupt in Angriff genommen werden können. Von 730 Anlagen, die 2017 einen Zuschlag erhielten, sind erst 35 am Netz.

Zahlreiche Klagen verzögern den Bau von Windrädern

Zudem verzögern nach Angaben der Fachagentur zahlreiche Klagen den Bau von Windrädern. Zwar gebe es darüber keine Statistik, doch hätten stichpunktartige Recherchen ergeben, dass der Ausbau von mindestens 750 Megawatt Leistung brachliege, weil dagegen Klagen anhängig seien.

Die Branche hofft, den Zubau wieder steigern zu können, weil aus dem Ausschreibungsjahr 2018 mehr Projekte realisiert werden. Bis eine genehmigte Anlage ans Netz geht, verstreicht im Durchschnitt ein Jahr.

Die Flaute beim Ausbau der Windenenergie trifft auf einen absehbaren Verlust von Windrädern in den kommenden Jahren. Viele ältere Windkraftwerke fallen von 2020 an aus der Förderung heraus und sind oft nicht mehr wirtschaftlich. Etwa 14.000 Megawatt, rund ein Viertel der installierten Leistung, steht bis 2023 auf der Kippe und müsste ersetzt werden.

Mit Material von dpa

Windkraftanlage in Vollbrand

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