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Ernergiesparen

Ausgezeichnete Energieeffizienz auf dem Bauernhof

Familie Steuer aus Oberfranken
am Freitag, 04.12.2020 - 11:28 (Jetzt kommentieren)

Das Label „Energieeffizienz in der Landwirtschaft“ zeichnet bayerische Betriebe aus, die besonders klimaschonend sind. Ein Betrieb aus Oberfranken zeigt, wie es geht.

Seit Juli 2019 honoriert das Label „Energieeffizienz in der Landwirtschaft“ die vorbildliche Initiative einzelner Landwirte und zeigt das Engagement der bayerischen Landwirtschaft für die Energiewende und den Klimaschutz. Das Label wird nach erfolgreicher Umsetzung einer Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz im landwirtschaftlichen Betrieb in Form einer Urkunde und einer Tafel aus Biokunststoff für die Außenanbringung („Hoftorlabel“) verliehen.

Betrieb Steuer aus Franken ausgezeichnet

Der landwirtschaftliche Familienbetrieb Steuer Agrar aus Burgkunstadt wurde nun mit der Auszeichnung „Energieeffizienz in der Landwirtschaft“ vom LandSchafftEnergie-Team am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Münchberg (AELF Münchberg) geehrt. Das Hoftorlabel wurde für die durchgeführten Energieeinsparungs- und Effizienzmaßnahmen verliehen. Damit ist der Bauernhof der zweite Betrieb in Oberfranken, der ausgezeichnet wurde. Insgesamt gibt es 8 prämierte Betriebe.

Das Label wird bayernweit vom staatlichen Beratungsnetzwerk LandSchafftEnergie verliehen.

Wer kann mitmachen?

Biogasanlage

Ziel ist es, das effiziente Erzeugen und das verantwortungsvolle Verbrauchen von Strom und Wärme zu fördern, die Umsetzung von Projekten rund um erneuerbare Energien voranzutreiben und klimaschonende Mobilitätskonzepte zu unterstützen. Nach einer kostenlosen und produktneutralen Energieberatung und erfolgreicher Umsetzung von Energiesparmaßnahmen können Betriebe ausgezeichnet werden.

Beraten lassen kann sich jeder landwirtschaftliche Betrieb in Bayern. Das Hoftorlabel bekommt, wer folgende 4 Schritte durchläuft:

  1. Beratung des landwirtschaftlichen Betriebes durch LandSchafftEnergie
  2. Mindestens eine Maßnahme umgesetzt
  3. Maßnahme/n muss/müssen in sich abgeschlossen sein
  4. Messbare relevante Einsparung und/oder Effizienzsteigerung

Im Detail - wie energieeffizient arbeitet der Betrieb Steuer?

Der nun ausgezeichnete Hof ist ein Milchviehbetrieb und Biogasanlagenbetreiber. "Durch den Einsatz von mehreren Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) und eines notstromfähigen Stromspeichers zum Stromeigenverbrauch wird dort eine erhebliche Energiemenge selbst erzeugt und genutzt", begründet das Netzwerk die Auszeichnung. Gleichzeitig spare der Betrieb Kosten und CO2-Emissionen ein. Die umgesetzten Maßnahmen seien damit für den Landwirt nicht nur energetisch und klimatechnisch, sondern auch wirtschaftlich interessant. Für den Verbraucher ergibt sich, so LandSchafftEnergie, ein zusätzlicher Mehrwert durch energieeffizient erzeugte Produkte.

Insgesamt haben die PV-Anlagen der Familie Steuer eine installierte elektrische Leistung von 280 kWp. Damit erzeugte und verbrauchte die Landwirtschaft im Jahr 2019 über 50.000 kWh Strom selbst. In Kombination mit dem Energiespeicher deckte der Betrieb in diesem Jahr etwa 39 Prozent des benötigten Stroms selbst ab. An Spitzenwerten im Juli 2019 konnten teils sogar Werte über 98 Prozent erreicht werden. 

Ein weiterer großer Teil zur Vermeidung von CO2 und zur Einsparung fossiler Energien wird durch die Biogasanlage erreicht. Die Abwärme wird für die Beheizung von Wohnhäusern und Wirtschaftsgebäuden genutzt sowie eine Trocknungsanlage für Schüttgüter betrieben. Im letzten Jahr wurden rund 1.300.000 kWh regenerative Wärmeenergie genutzt, die von der Biogasanlage produziert wurden. Dies entspricht einer Heizöleinsparung von 130.753 Litern.

Mitmachen

Hoftorlabel

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es auf der Internetseite von LandSchafftEnergie.

Die Beratung durch LandSchafftEnergie ist für Betriebe kostenfrei und unverbindlich und wird von der Bayerischen Staatsregierung unterstützt. Berater gibt es an allen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die Koordination übernimmt die Koordinationsstelle am Technologie- und Förderzentrum in Straubing. Alle Ansprechpartner finden Sie hier.

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