Login
Biomasse

BfR warnt vor Kohlenmonoxydvergiftung aus Pelletbunker

von , am
22.07.2014

Berlin - Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Kohlenmonoxydvergiftungen aus dem Pelletbunker. Noch Monate nach der Herstellung können Holzpellets giftigen Gase freisetzen.

Die Pellets waren in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt über 30 Prozent günstiger als das Heizöl. © landpixel
Holzpellets für Heizanlagen und Heizöfen gelten als nachhaltiger kohlendioxidneutraler Brennstoff. Doch die zu länglichen Stäbchen gepressten Sägespäne haben bei der Lagerung in großen Mengen eine potenziell gefährliche Eigenschaft. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin. Bei der Herstellung werden durch das Zerkleinern, Erwärmen und Trocknen des Holzes oder der Späne Autooxidationsprozesse bei bestimmten Holzbestandteilen in Gang gesetzt.
 
Aus ungesättigten Fettsäuren entstehen beispielsweise Gase wie das gesundheitsschädliche Kohlenmonoxid (CO) und verschiedene Aldehyde. Noch Monate nach der Herstellung können die Pellets diese Gase freisetzen. Die Konzentration kann in Lagerräumen so hoch sein, dass es zu schweren Vergiftungen bei Personen kommen kann, die die Räume betreten.

Tödliche Fälle gemeldet

"Vielen Hausbesitzern und Betreibern von Heizanlagen auf der Basis von Pellets ist dieses mögliche Gefährdungspotenzial nicht bekannt", sagte Professor Andreas Hensel, Präsident des BfR, vergangene Woche in Berlin. Nach Aussage des BfR wurden dem Institut mehrere Fälle von zum Teil tödlichen Kohlenmonoxidvergiftungen gemeldet, die bei Personen auftraten, die sich in Lagerräumen von Holzpellets, so genannten Pelletbunkern, aufgehalten hatten oder sie zu Wartungszwecken betreten wollten.
 
Diese Lagerstätten waren den Angaben zufolge luftdicht abgeschlossen, sodass sich extrem hohe Konzentrationen an Kohlenmonoxid in den Räumen angesammelt hatten, die von den Verunglückten nicht bemerkt wurden.

Kontinuierliche Be- und Entlüftung der Lagerräume ist nötig

Die dem BfR mitgeteilten Unfälle zeigen, dass Vorsichtsmaßnahmen wie ein kurzzeitiges Lüften von Pelletlagerstätten vor dem Betreten nicht ausreichen, um die Gaskonzentration auf ein unschädliches Maß herabzusetzen. Auch bloße Warnhinweise, die auf die Vergiftungsgefahr aufmerksam machen, genügen offenbar nicht.
 
Das BfR rät, Lagerstätten für Holzpellets durch geeignete Maßnahmen so auszustatten, dass aus ihnen keine Gase in Wohn-, Arbeits- und sonstige Räume wie normale Kellerräume, in denen sich Menschen aufhalten, übergehen können. Dazu könne unter anderem eine kontinuierliche Be- und Entlüftung der Lagerräume ins Freie und die Installation von CO-Meldern beitragen. Schädliche Gase sind so weit wie möglich von Räumen, in denen sich Menschen aufhalten, abzuleiten.

Kohlenmonoxid macht bereits nach wenigen Minuten bewusstlos

Kohlenmonoxid ist farblos und geruchlos, auch eine hohe Konzentration des Gases kann daher vom Menschen nicht wahrgenommen werden, erklärt das BfR. Schon ab einer Konzentration von 200 ppm in der Atemluft komme es bei längerem Aufenthalt zu Kopfschmerzen, bei 800 ppm treten bereits nach kurzer Zeit Schwindel und Übelkeit auf, bei höheren Gehalten tritt schon nach wenigen Minuten Bewusstlosigkeit ein. 
Auch interessant