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Biomasse

Bioenergie greift auf Überschüsse zurück

© landpixel
von , am
04.04.2013

Die Agentur für Erneuerbare Energien betont, dass mit der Bioenergie Überschüsse auf den Agrarmärkten verwertet werden und genug für Teller, Trog und Tank vorhanden sei.

Der KTBL-Wirtschaftlichkeitsrechner Biogas bietet eine Hilfe für die Investitionsentscheidung bei Biogasanlagen. © Mühlhausen/landpixel
Dem zuletzt wieder mehrfach geäußerten Vorwurf, wonach die Bioenergieproduktion aus Ackerkulturen den Hunger in der Welt verschärft, hat die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) erneut widersprochen. In einem aktuellen "Renews Kompakt" stellt die AEE fest, dass mit der Bioenergie Überschüsse auf den Agrarmärkten verwertet würden. Die Versorgung für Teller, Trog und Tank sei gesichert.

Sechs Prozent des globalen Getreideverbrauchs für Biokraftstoff

Gute Ernten in großen Anbauländern der Südhalbkugel hätten in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, dass die Bestände wichtiger Agrarrohstoffe wieder zugenommen hätten, nachdem das Jahr 2012 durch Trockenperioden in den USA und einigen osteuropäischen Staaten geprägt gewesen sei. Für die Nahrungs- und Energieversorgung seien damit weiterhin ausreichend Ressourcen verfügbar. Zur Nutzung der Bioenergie gebe es nach wie vor Flächenpotential in Europa und auf anderen Kontinenten. Nur rund sechs Prozent des globalen Getreideverbrauchs würden im laufenden Wirtschaftsjahr für die Herstellung von Biokraftstoff verwendet, berichtet die AEE.
 
Exporte trotz Unterernährung
 
Mit Blick auf die Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsgetreide stellt die Agentur fest, dass in den vergangenen Jahren beim Reis als wichtigem Grundnahrungsmittel große Überschüsse in Asien entstanden seien. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) rechne für 2012/13 weltweit mit einer Produktion von rund 487 Millionen Tonne Reis. Indien dürfte weltgrößter Reisexporteur werden und Thailand von diesem Spitzenplatz ablösen. Das zeige: Der Subkontinent produziere eigentlich genügend Nahrungsmittel für die Versorgung der eigenen Bevölkerung. Indes bezifferten die Vereinten Nationen die Zahl der Unterernährten in Indien im Zeitraum 2010 bis 2012 auf 217 Millionen, was 18% der Bevölkerung des Landes entspreche.

Anfall wichtiger Koppelprodukte

Darüber hinaus hebt die Agentur für Erneuerbare Energien hervor, dass bei der Nutzung bekannter Ackerkulturen als Energiepflanzen Koppelprodukte anfielen, die in der Landwirtschaft Verwendung finden und so den Flächenbedarf für die Lebensmittelerzeugung mindern helfen würden. Die nach der Vergärung verbleibenden Reste aus der Biogaserzeugung könnten als wertvolles Düngemittel auf den Äckern ausgebracht werden.
Wie auf dem Biodieselmarkt das Rapsschrot sei auch beim Bioethanol das Koppelprodukt Schlempe, das nach der Destillation verbleibe, ein wichtiges Futtermittel. Diese Schlempe werde in den USA als "Dried Distillers Grains with solubles" (DDGS) bezeichnet. Eine Tonne DDGS ersetze laut USDA 1,22 Tonne einer Futterration aus Mais und Soja. Die Gärreste aus der Biogasproduktion könnten ebenso als wertvoller natürlicher Dünger ausgebracht werden. Von einem Hektar Energiepflanzen stammten also nicht nur Strom, Wärme oder Kraftstoff, sondern gleichzeitig auch Dünger oder Futtermittel, so die AEE. Der Flächenbedarf der Bioenergiebranche relativiere sich damit stark; das treffe auf Deutschland ebenso wie im globalen Maßstab zu.
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