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Bundesförderung effiziente Wärmenetze

Bioenergieverbände: Viele Chancen in der Wärmewende ungenutzt

Dorf aus Vogelperspektive
am Freitag, 30.07.2021 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Die Bioenergieverbände sehen im Regierungsentwurf „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“ (BEW) noch viele Lücken und verpasste Chancen. Für den ländlichen Raum wird eine Förderlücke befürchtet.

Am Entwurf der BEW-Förderrichtlinie, zu dem im Bundeswirtschaftsministerium gestern (29.07.) eine Verbändeanhörung durchgeführt wurde, üben die Bioenergieverbände deutliche Kritik. Neben drohenden verpassten Chancen und handwerklichen Mängeln stehen dabei auch zu starke Reglementierungen für den Biomasseeinsatz im Vordergrund.

Im Namen des Hauptstadtbüros Bioenergie, zu dem der Bundesverband Bioenergie (BBE), der Deutsche Bauernverband (DBV), der Fachverband Biogas (FvB) und der Fachverband Holzenergie (FVH) gehören, warnt Leiterin Sandra Rostek vor einer nicht genutzten Effizienz des Fördersystems.

Biomasse könnte mehr leisten

Rostek unterstreicht die besondere Rolle der Bioenergie bei der Umstellung des Wärmebereichs auf Erneuerbare Energien. Die zu starke Reglementierung im BEW-Entwurf sei nicht im Sinne der Umstellung. So werde ein sinnvoller Einsatz von Biomasse durch deren Begrenzung beziehungsweise durch die Begrenzung der Volllast- oder Betriebsstunden verhindert. Biomasse könne über die Grenzen anderer Klimaschutztechnologien hinausgehen. Effizienz und Effektivität des gesamten Fördersystems würden nicht im Rahmen des Möglichen ausgeschöpft, so Rostek.

Dass die Wärmenetzte mit weniger als 20 Kilometer von den Begrenzungen ausgenommen würden, sei eine richtige Entscheidung. Dadurch würden zumindest typische ländliche Wärmenetze mit überwiegend Biomasse nach wie vor ermöglicht.

Nachholbedarf bei der Förderung

Noch nachgebessert werden sollte nach Ansicht des Hauptstadtbüros wegen der Brennstoffkosten zum einen bei der Betriebskostenförderung für Biomasse. Zum anderen sei die Liste der förderfähigen Brennstoffe noch immer unvollständig und in ihren Anforderungen teilweise praxisfern.

Bei den Kleinstnetzen mit weniger als 16 angeschlossenen Gebäuden sei die Förderungslücke nach jetzigem Stand besorgniserregend. „Diese sollen nach informeller Ankündigung des Bundeswirtschaftsministeriums in der „Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG)“ gefördert werden. Für die Überarbeitung des unlängst erst auf den Weg gebrachten Förderprogramms gibt es aber noch nicht mal einen öffentlich bekannten Zeitplan“, informiert Rostek.

Außerdem dürfe es nicht zu einer systematischen Benachteiligung bei den Förderbedingungen kommen. Es müssten auch Betriebskostenzuschüsse gewährt werden, die die BEG bisher noch nicht enthält. „Der Wärmewende gerade im ländlichen Raum droht daher eine Förderlücke. Diese Unsicherheit muss dringend beseitigt werden“, fordert die Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie.

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