Login
Biogas

Biogas: Firmen fürchten 25 Prozent Arbeitsplatzverlust

© landpixel
von , am
06.05.2014

Die Stimmungslage in der Biogasbranche ist "sehr schlecht". Das geht aus einer neuen Branchenprognose hervor. Firmen fürchten den Verlust von 25 Prozent der Arbeitsplätze.

Der Schulungsverbund will bundesweit einheitliche Standards in der Ausbildung etablieren. © Universität Hohenheim
"Die Lage der Biogasbranche in Deutschland ist sehr ernst", klagt Claudius da Costa Gomez, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, mit Blick auf die aktuelle Situation am Biogasmarkt. Mehr als drei Viertel der befragten Experten beurteilen einer Umfrage des Fachverbandes zufolge die aktuelle Stimmungslage als "sehr schlecht".
 
Bereits das Anfang 2012 novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2012) und die Diskussion um die Strompreisbremse zu Beginn letzten Jahres habe der Branche schwer zu schaffen gemacht. Die aktuelle Diskussion um das EEG 2014 habe nun zu einer zusätzlichen Verunsicherung geführt, mein da Costa Gomez.

Firmen fürchten Verlust von 25 Prozent der Arbeitsplätze

Bis Ende des Jahres befürchten die befragten Firmenvertreter einen Verlust von mindestens 25 Prozent der Arbeitsplätze im Verhältnis zum Vergleichsjahr 2012 und einen Anstieg des Exportanteils am Gesamtumsatz auf über zwei Drittel. "Das heißt im Umkehrschluss, dass weniger als ein Drittel des Firmenumsatzes in Deutschland realisiert wird", erklärte Hendrik Becker, Vizepräsident des Fachverbandes Biogas und Geschäftsführer der Firma PlanET Biogastechnik GmbH.
 
Für das Jahr 2014 prognostiziert der Fachverband Biogas nur etwas mehr als 100 Neuanlagen mit einer installierten Leistung von zusammen knapp 40 Megawatt. Becker mahnt, dass die bestehende globale Marktführerschaft unnötigerweise geopfert werde, denn: "Verlieren wir den heimischen Markt, verlieren wir auf Dauer die notwendige Innovationskraft, um acuh im Exportgeschäft konkurrenzfähig zu bleiben."

Lichtblick Kreislaufwirtschaftsgesetz

Einen Lichtblick sehen die Branchenvertreter im geänderten Kreislaufwirtschaftsgesetz: Ab 2015 sind die Kommunen demnach verpflichtet, die Getrenntsammlung von Bioabfall aus Haushalten flächendeckend zu garantieren.
 
Zwei bis vier Millionen Tonnen Haus- und Küchenabfälle könnten damit zusätzlich gesammelt und in Biogasanlagen vergoren werden. Geschäftsführer da Costa Gomez erhofft sich aus diesem zusätzlichen Substrat einen Schub für die Abfallvergärungsanlagen.
Auch interessant