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Biogas: Förderung muss reformiert werden

Biogasanlage
am Dienstag, 08.10.2019 - 12:55 (Jetzt kommentieren)

Auf die Biogasbranche kommen ähnliche Schwierigkeiten zu, wie auf die Windbranche. Daher gehen immer weniger Biogasanlagen ans Netz

Probleme bereiteten vor allem zu strikte Regeln für die Ausschreibung neuer oder die Fortführung bestehender Biogasanlagen. Deshalb sollten die höchsten zulässigen Gebote für jede erzeugte Kilowattstunde Ökostrom von 16,9 auf mindestens 19 Cent erhöht werden, forderte der Experte des Landes-Bauernverbands für erneuerbare Energien, Jochen Oestmann. „Bei 19 Cent haben wir beim Gros der Anlagen die Möglichkeit, einen Gewinn zu erzielen. Sonst führt das bei den allermeisten Anlagen nicht zur Kostendeckung.“

Wie in der Windkraft müssen sich Betreiber von Biogasanlagen um staatliche Unterstützung bewerben. Dabei erhalten oft die günstigsten Projekte den Zuschlag. Im vergangenen Jahr gingen nach Angaben des Bauernverbands bundesweit nur noch 79 neue Biogasanlagen ans Netz. Im Jahr 2024 könnten viele Anlagen aus der Förderung fallen, schätzte Oestmann. Derzeit gibt es in Niedersachsen nach Informationen des Landvolks knapp 1.700 Stück. Den Betreibern müsse auch erlaubt werden, einen höheren Anteil an Gülle und Mist zur Stromproduktion zu nutzen.

Rückbau von Biogasanlagen

Werde die Erzeugung dagegen zunehmend unrentabel, sei nicht nur ein schwächerer Zubau wie bei der Windenergie an Land denkbar. "Es könnte auch zu einem Rückbau kommen", so Oestmann. Dann würden die bisher erzielten Treibhausgas-Einsparungen verloren gehen. Das könne mit Blick auf den Klimaschutz «nicht gewollt sein». Im Vergleich zur wetterabhängigen Wind- und Solarenergie ist Biogas zudem weniger schwankungsanfällig.

Biogasanlagen blieben im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auch deshalb wichtig, weil sie neben der Stromproduktion stärker in der Speicherung zum Einsatz kommen könnten, sagte Oestmann. Gebe es keine attraktive Regelung für aus der Förderung ausscheidende Anlagen, drohe eine Stilllegungswelle.

Mit Material von dpa

Biogas aus Maisstroh

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