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Biogas

Biogas-Forschung: Einspeiseschwankungen ausgleichen

von , am
08.10.2012

Leipzig - In einem neuen Forschungsprojekt untersucht das deutsche Biomasseforschungszentrum Biogasanlagen zur bedarfsgerechten Bereitstellung von Grundlaststrom.

Die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan und die Einspeisung ins Erdgasnetz ist Stand der Technik, steht für den Fachverband Biogas fest. © Mühlhausen/landpixel
Im Fokus des Forschungsprojekts "OptFlex Biogas" des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) und des Stromhändlers Next Kraftwerke stehe die Frage nach den optimalen Eigenschaften einer Biogasanlage für eine gewinnbringende Vermarktung am Strommarkt. Neben der technisch-ökonomischen Optimierung würden auch die Treibhausgaseffekte untersucht. Durch die bedarfsgerechte Bereitstellung von Strom aus Biogas könne die fluktuierende Einspeisung aus Wind- und Sonnenenergie künftig ausgeglichen werden.
 
Die Ergebnisse des zwei Jahre laufenden Vorhabens sollen Anlagenbetreibern praxisnah die Möglichkeiten und Chancen der bedarfsgerechten Strombereitstellung zeigen und Hinweise für eine optimierte Erweiterung von Anlagen geben. Ferner sollen für den Gesetzgeber Handlungsempfehlungen für eine weitere praxisgerechte Ausgestaltung des Förderrahmens der bedarfsgerechten Strombereitstellung aus Biogas abgeleitet werden.

Neuanlagen mit hohem Auslastungsgrad

Wie das DBFZ weiter erklärte, produzieren in Deutschland aktuell mehr als 7.000 Biogasanlagen Strom. Die Einspeisung erfolge vergleichsweise kontinuierlich, da der optimale Betrieb im Rahmen des festen EEG-Einspeisetarifs bei einer maximalen Auslastung der eingesetzten Betriebsmittel liege. Viele Neuanlagen besäßen heute einen Auslastungsgrad von 90 bis 95 Prozent, was eine vergleichsweise sichere Bereitstellung von Grundlaststrom ermögliche.
 
Aufgrund des steigenden Anteils der fluktuierenden erneuerbaren Energien wie Wind und Photovoltaik werde Grundlaststrom zunehmend ein Problem, da hier eine Verlagerung der Produktion nicht möglich und eine Zwischenspeicherung teuer sei. Der Bedarf an flexiblen Kraftwerken mit geringeren Betriebsstunden wachse. Biogasanlagen könnten durch Erweiterung der installierten Leistung wie durch die Installation eines weiteren Blockheizkraftwerkes (BHKW) und bei Bedarf auch durch eine Erhöhung der Gas- und Wärmespeicherkapazitäten bedarfsgerechter arbeiten.

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