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Biogas

Biogas: Markt in Italien bietet tolle Chancen

von , am
19.03.2011

Cremona/Italien - Der Biogasmarkt in Deutschland ist groß und das Know-how entsprechend vielfältig. Allerdings stößt das Wachstum langsam an seine Grenzen.

Rund 8.000 Besucher wollen die Veranstalter auf der ersten BioEnergy Italy in Cremona willkommen heißen. © rz
Kein Wunder also, dass auf der ersten BioEnergy Italy der DLG in Italien so viele deutsche Firmen ihre Produkte präsentieren. Ein Aussteller aus Niedersachsen drückt es so aus: "Ich kenne kein Land, das im Moment so gute Rahmenbedingungen bietet, um in Biogas zu investieren. Selbst schuld, wer hier nicht versucht, auf dem italienischen Markt Fuß zu fassen." Tatsächlich zahlt der italienische Staat ohne Größenstaffelung pro eingespeiste Kilowattstunde 28 Cent. Zudem lässt das Klima in Norditalien zu, dass Ernten hoch und mehrmals anfallen. Gute Bedingungen also, um grünen Strom im großen Stil zu etablieren. Allein in diesem Jahr könnten nach Prognosen von Experten über 200 neue Biogasanlagen in Italien entstehen.
 
Das Messegelände in Cremona ist an diesem Wochenende gut besucht. Viele Landwirte, prominente Politiker, Schüler und Studenten aus der reichen Provinz Cremona streifen durch die große Messehalle. Fernsehteams begleiten die italienischen Würdenträger auf ihrem Rundgang. Von Freitag, 18. März bis Sonntag, 20. März findet zum ersten Mal die BioEnergy Italy statt, organisiert von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). "Wir erwarten bis zu 8.000 Besucher an diesem Wochenende", sagt Projektleiter Ulrich Hausmanns. Die meisten der Besucher wollen sich über Biogas informieren.
 
Ein Blick auf das Ausstellerverzeichnis lässt diesen Schluss zu. Der Großteil der 143 Unternehmen bietet Produkte und Dienstleistungen an, die mit Biogas zu tun haben. Viele Aussteller kommen aus Deutschland. Bekannte Firmen wie Weltec, Biogas Nord, Suma, Schmack, KSB, Fliegl und viele mehr sind auf der Messe vertreten. Andere haben italienische Tochterfirmen, die potenzielle Kunden akquirieren sollen. "Auf der Messe ist zu 80 Prozent deutsches Biogas-Know-how zu finden", sagt ein Aussteller.

Region um Cremona garantiert hohes unternehmerisches Know-How

Cremona hat rund 70.000 Einwohner und liegt inmitten der Po-Ebene in der Region Lombardei, eine der reichsten Gegenden Italiens. Hier bekommen die Landwirte 70 Cent pro Liter Milch und auch der weltberühmte Grana Padano Käse stammt aus der Region. Erst vor fünf Monaten entschied die DLG, nach einer Anfrage der Cremona Messegesellschaft, die BioEnergy Messe auch in Italien anzubieten. "Die Region um Cremona repräsentiert in hohem Masse landwirtschaftliches Unternehmertum. Sowohl im pflanzenbaulichen als auch in der Tierproduktion. Das liegt vor allem an der langen Wertschöpfungskette, die durch die Qualität der italienischen Lebensmittel geprägt ist", sagt Dr. Raffaele Talarico, Koordinator der DLG-Aktivitäten in Italien.
 
Neben den Ausstellerständen können Besucher auch Fachvorträge nutzen. Auch hier spielt Biogas eine wichtige Rolle. Unternehmer und Vertreter von Verbänden referieren über die wichtigsten Biogas-Fragen. Dazu kommen Vorträge über Photovoltaik und Geothermie. Insgesamt gibt es neun Tagungen und technische Seminare, 22 Workshops von Ausstellern und vier geführte Besichtigungen von Biogas- und Photovoltaikanlagen. "Das ist eine echte Fachausstellung im klassischen Sinn", sagt Ulrich Hausmanns von der DLG. Die Messe in Cremona bietet potenziellen Energiewirten die Möglichkeit sich in aller Tiefe mit Erneuerbaren Energien auseinanderzusetzen. Auch zur Wind- und Wasserkraft, Recyclen und Entsorgen von Abfall sowie über den Energiestoffhandel können sich die Besucher informieren.
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