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Agrarstatistik

Biogas: So viele Anlagen unter 150 kW stehen in Deutschland

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
04.08.2016

Die Förderung durch das EEG beeinflusste über die Jahre stets die Größe der gebauten Biogasanlagen. Wie viele kleine Anlagen unter 150 kW stehen in Deutschland?

Biogasanlage

In eine Anfrage an die Bundesregierung wollten Bündnis 90/Die Grünen wissen, welche Veränderungen es in den letzten zehn Jahren bei den Konzepten von Biogasanlagen durch das EEG gegeben hat. In ihrer Antwort schreibt die Bundesregierung, dass "Anlagenkonzepte der Bioenergie seit dem EEG 2000 wesentlich von der speziellen Ausgestaltung der Förderbedingungen geprägt worden sind":

  • vor Einführung des Nawaro- Bonus (EEG 2004) wurden demnach hauptsächlich Bioabfallvergärungsanlagen und Altholzanlagen errichtet
  • ab 2004 kam es zu einem verstärkten Zubau von Biogasanlagen, die landwirtschaftlich erzeugte Energiepflanzen einsetzen, insbesondere Mais
  • Diese Entwicklung wurde laut Bundesregierung mit der Erhöhung der Förderung insbesondere durch den so genannten Gülle-Bonus (EEG 2009) beschleunigt. Dadurch seien auch "Überförderungen und Nutzungskonkurrenzen" insbesondere in Regionen mit hoher Viehdichte aufgetreten.
  • Der Güllebonus wurde daher mit dem EEG 2012 wieder gestrichen. Durch die mit der Anlagengröße sinkende Förderhöhe wurde gezielt darauf hingewirkt, dass die Anlagen eine für den ländlichen Raum vertretbare Größe nicht überschreiten.
  • Als weitere Entwicklung bei den Konzepten und Akteuren wird seit etwa 2006 die Integration der Biogaserzeugung in große Unternehmensverbünde genannt, bei der eine größere Zahl von separaten Biogasanlagen in Filialbetrieben von einer Zentrale außerhalb der Regionen gesteuert wird.

Biogas: 'Kleine Anlagen mit besonderer Bedeutung für die Wertschöpfung'

Den von Landwirten betriebenen kleinen und mittelständischen Anlagen misst die Regierung in ihrer Antwort "eine besondere Bedeutung für die Wertschöpfung im ländlichen Raum" sowie für den dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien bei. Deshalb werde die vergleichsweise hohe Förderung für kleine landwirtschaftliche Biogasanlagen auf Basis von Gülle im EEG 2017 fortgeführt. Dem soll so Rechnung getragen werden:

  • Um für effiziente landwirtschaftliche Biogasanlagen eine Anschlussförderung nach Auslaufen der 20-jährigen EEG-Förderung zu ermöglichen, wurde im EEG 2017 das Ausschreibungsverfahren auch für Bestandsanlagen geöffnet. Um auch kleinen Anlagen die Teilnahme zu ermöglichen, entfällt die Untergrenze von 150 Kilowatt für die Beteiligung von Bestandsanlagen an Ausschreibungen.
  • Darüber hinaus wurde der Höchstwert für Bestandsanlagen gegenüber Neuanlagen von 14,88 auf 16,9 Cent pro Kilowattstunde erhöht.

Knapp 3.000 kleine Biogasanlagen in 2014

Nach Angaben der Bundesregierung hatten im Jahr 2014 rund 2.960 Biomasseanlagen mit weniger als 150 Kilowatt einen Vergütungsanspruch nach dem EEG. Die kumulierte installierte elektrische Leistung dieser Anlagen lag bei rund 990 MW.

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