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Biogas

Biogas-Tour 2013: Positive Zwischenbilanz

von , am
19.07.2013

Freising - Seit sechs Wochen tourt der Fachverband Biogas mit seinem biogasbetriebenen Infobus durch Deutschland. Die Zwischenbilanz fällt gut aus.

Der Biogasbus auf Zwischenstation im Tierpark Hellabrunn (München). © Fachverband Biogas
An zahlreichen Orten hat der Infobus bereits Station gemacht und ist dabei mit vielen Besuchern ins Gespräch gekommen. "Wir wollen den Menschen in Deutschland zeigen, wie Biogas funktioniert und warum es so wichtig ist für das Gelingen der Energiewende", sagt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Claudius da Costa Gomez.
 
"Die Richtung der künftigen Energieversorgung in Deutschland wird von der neuen Bundesregierung bestimmt. Darum ist die Bundestagswahl im September entscheidend für die gesamte Erneuerbare Energien Branche - und genau deshalb sind wir knapp vier Monate mit dem Bus unterwegs", erklärt da Costa Gomez.

Größter Kritikpunkt: Maisanbau

Der Startpunkt der Bustour hätte kaum symbolischer gewählt werden können: Einen Kilometer vom größten deutschen Atomkraftwerk in Gundremmingen entfernt fand die erste Veranstaltung auf der Biogasanlage von André Hoser statt.
Biogas habe als einzige der heute verfügbaren erneuerbaren Energien den Vorteil, dass Strom und Wärme bedarfsgerecht bereitgestellt werden können, so der Fachverband. Dadurch könne Biogas die bei der Energiewende oft als unerlässlich beschworenen Atom- und Kohlekraftwerke schlicht ersetzen.
 
Als größter Kritikpunkt an der Nutzung von Biogas stelt sich auch auf der Tour der Maisanbau heraus. Der Fachverband betont, dass Mais zwar aktuell die vorzüglichste Pflanze zum Einsatz in Biogasanlagen ist, aber bereits an vielen Stellen nach Alternativen geforscht wird. Zahlreiche Pflanzen wie die Zuckerrübe, Szarvasigras oder die Durchwachsene Silphie stünden schon heute als Alternative zum Mais zur Verfügung.

Biogastour 2013: Tourstart in Gundremmingen

Abschlussveranstaltung am Potsdamer Platz

Der Biogasbus ist bislang durch Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nach Niedersachsen gefahren. Die letzte Station des Busses war die Tarmstedter Ausstellung. Nun geht es in Richtung Osten, über Thüringen, Sachsen, Sachsen Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nach Schleswig-Holstein - und von dort zur Abschlussveranstaltung am 18. September auf den Potsdamer Platz in Berlin.
 
"Sowohl bei den Bürgerinnen und Bürgern als auch bei einigen Politikern ist der Wissensstand über den regenerativen Energieträger Biogas lückenhaft", sagt da Costa Gomez. Die meisten Gesprächspartner wüssten zwar, dass Biogas Strom erzeuge, einigen wenigen war bekannt, dass dabei auch Wärme entsteht, aber kaum jemandem sei die Rolle von Biogas bei der Mobilität bewusst gewesen. Der mit Biomethan betriebene Bus sei hierfür ein anschauliches Beispiel. Auch die Bedeutung von Biogas als verlässliche und speicherbare Energie im Mix mit den fluktuierenden Energiequellen Sonne und Wind habe den meisten Gästen erst erklärt werden müssen. 
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