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Studie

Biogasanlage: Mehr als nur Stromerzeuger

Biogasanlage in Deutschland mit Getreidefeld
am Donnerstag, 12.03.2020 - 13:40 (Jetzt kommentieren)

Im Vergleich zu Photovoltaik- und Windkraftanlagen gelten Biogasanlagen als teure Erzeuger von erneuerbarer Energie. Aber sie haben einige entscheidende Vorteile.

Biogasanlagen können Treibhausgasemissionen aus Gülle und Mist einsparen, überschüssige Nährstoffe in wertvolle, handelbare Dünger umwandeln und organische Abfälle energetisch verwerten. Mit den richtigen Vorgaben zum Energiepflanzenanbau wären die Anlagen sogar Teil der Lösung für mehr Biodiversität und Gewässerschutz auf dem Acker. Dies geht aus der Studie MakroBiogas hervor. Dort haben die Autoren des Instituts für Zukunftsenergie- und StoffstromSysteme (IZES), des Deutschen Biomasse-Forschungszentrums (DBFZ) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) nun die zusätzlichen Biogas-Benefits genauer analysiert und quantifiziert.

Vielfältige Zusatzleistungen von Biogasanlagen

In der Studie wird deutlich, in welchem Maße vielfältige Leistungen für die Gesellschaft wegzubrechen drohen, sollten die rund 9.000 Biogasanlagen in Deutschland nach dem Auslaufen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) keine ökonomische Perspektive mehr haben. „Es bedarf neuer Finanzierungskonzepte und Regularien für den Biogassektor, damit dessen positive Potenziale noch besser und auch in Zukunft zum Tragen kommen können“, so das Fazit von Bernhard Wern vom IZES, Mitautor der Studie.

Die vielfältigen Zusatzleistungen von Biogasanlagen jenseits der Strom-, Wärme- und Methanerzeugung werden gesellschaftlich oft wenig wahrgenommen und finanziell nicht honoriert. Die Autoren von MakroBiogas sehen diese tatsächlichen oder potenziellen Leistungen vor allem in den Bereichen Nährstoffmanagement, Erosionsschutz, Fruchtfolgen, Biodiversität, Grünlandschutz. Hinzu kommt die Verwertung von Grünschnitt, Gülle und Mist oder der Entsorgung von Bioabfällen. Biogasanlagen verringern auch die klimaschädlichen Methanemissionen aus Rohgülle, die bei einer Vergärung in der Biogasanlage abgefangen und energetisch genutzt werden.

Drohender Rückschritt bei erneuerbaren Enerigien

Wenn die auf 20 Jahre festgelegte EEG-Vergütungsdauer demnächst für immer mehr Biogasanlagen ausläuft, droht dementsprechend ein Rückschritt bei der erneuerbaren Energieerzeugung. Die Autoren prognostizieren bis 2035 einen Wegfall von 30 TWh erneuerbarem Strom, 15 TWh erneuerbarer Wärme aus Kraft-Wärme-Koppelung und 4,8 GW steuerbarer Leistung zum Ausgleich der schwankenden Wind- und Sonnenenergie.

Die Autoren der Studie plädieren dafür, den ökonomisch-regulatorischen Rahmen für Biogasanlagen anzupassen, damit diese ihre zusätzlichen Leistungen noch besser bzw. zum Teil überhaupt erst entfalten können. Ohne Biogasanlagen müssten viele der Dienstleistungen auf andere Weise erbracht und finanziert werden. Dies sollte bei der Diskussion über die Zukunft der Biogasanlagen stärker als bislang berücksichtigt werden.

Mit Material von fnr

Biogas: Ohne Subventionen rentabel?

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