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Körnermaisstroh

Biogasanlage: Stroh statt Mais füttern

Körnermaisstroh
am Dienstag, 15.06.2021 - 13:30 (Jetzt kommentieren)

Eignet sich Körnermaisstroh als ergänzendes Substrat für die Biogasanlage? Das haben Forscher an der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) untersucht. Sie kommen zu diesem Ergebnis.

Körnermaisstroh bietet gute Voraussetzungen als ergänzendes Substrat für die Biogasanlage. Das ergab ein 3-jähriges Forschungsprojekt der LfL. Das Ziel dieses Verbundvorhabens war es, die verschiedenen Herausforderungen und wichtigen Aspekte der Körnermaisstrohnutzung von der Ernte über das Einbringen in das Silo bis hin zum Verhalten in der Biogasanlage zu untersuchen. Gefördert wurde das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Förderkennzeichen KS/17/04).

Die Ergebnisse des LfL-Forschungsprojekts bestätigen, dass Körnermaisstroh ein hochwertiges, mit wenig Aufwand zu gewinnendes und auch wirtschaftlich interessantes Substrat für die Biogasanlage darstellt. Es weist eine gute Silierbarkeit sowie eine Methanausbeute von rund 90 Prozent im Vergleich zu Silomais auf.

Maisstroh: Kein zusätzlicher Flächenverbrauch

Im neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) wird der Einsatz von Mais und Getreidekörnern unter § 39 i um weitere vier Prozent verringert und auf 40 Masseprozent begrenzt. Es werden somit ergänzende Substrate, die nicht unter den „Maisdeckel“ fallen und die ohne Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion mit anderen Feldfrüchten produziert werden können, zunehmend interessant. Maisstroh eignet sich als Koppelprodukt ohne zusätzlichen Flächenbedarf aber mit einem hohen Biomassepotential als ideales Substrat zur Nutzung für die Biogasanlage.

Entsprechende Erntetechnik ist wichtig

Körnermaisstroh verfügt über sehr gute Konservierungseigenschaften und die gewonnenen Silagen sind qualitativ sehr hochwertig und aerob stabil. Die Bodenbearbeitungsschritte können durch die Abfuhr von rund 50 Prozent der Biomasse nach dem Drusch erleichtert werden. Der Einsatz eines Mulchers oder Schwadmulchers bei der Ernte von Körnermaisstroh kann den Rotteprozess der Erntereste begünstigen. Weiterhin ist zu erwarten, dass das Risiko der Übertragung von Fusarien auf die Folgekultur reduziert, und gleichzeitig der Maiszünsler bekämpft wird.

Das Substrat liegt frei zur Verfügung auf dem Feld und kann mithilfe weniger technischer Anpassungen rentabel genutzt werden. Das zeigt die Wirtschaftlichkeitsberechnung, die Kosten von unter fünf Cent pro Kilowattstunde erzeugten Stroms veranschlagt. Wichtig sind eine entsprechende Erntetechnik, sowie ein sorgfältiges Silomanagement bei ausreichender Verdichtung im Siloraum. Nur so kann eine hohe aerobe Stabilität von Maisstroh im Fahrsilo gesichert werden.

Fermenter: Geeignete Eintrags- und Rührtechnik erforderlich

Die Ergebnisse der beprobten Praxisbetriebe zeigten, dass für die Fermenterbiologie lediglich eine kurze Adaptationsphase beim Einsatz von Körnermaisstrohsilage zu erwarten ist. Ein Hinweis auf eine Hemmung des Biogasprozesses konnte in keinem der Versuche festgestellt werden. Allerdings ist eine für längeres Material geeignete Eintrags- und Rührtechnik beim Fermenter erforderlich. Somit können Probleme beim Substrateintrag, wie Brückenbildung oder Schwimmdecken im Fermenter, verhindert werden.

Mit Material von LfL

Biogas aus Maisstroh

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