Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Experten-Tipps

Biogasanlagen im Winter: Tragluftdächer wetterfest machen

Schneelast_Biogasanlage
am Montag, 05.12.2022 - 12:30 (Jetzt kommentieren)

Winterliches Wetter mit Kälte, Schnee oder Hagel kann für Tragluftdächter eine echte Belastungsprobe werden. Die SVFLG rät: Führen Sie regelmäßig Wartungs- und Pflegearbeiten an den Foliendächern und Stützluftgebläsen durch.

Tragluftdächer werden durch einen ständigen Überdruck in Form gehalten. Diesen Überdruck erzeugt ein Stützluftgebläse. Wenn es schnell kalt wird oder Hagel und Schnee fallen kann das dazu führen, dass der Innendruck von Foliendächern plötzlich abfällt. Das Problem: Wenn dann das Stützluftgebläse nicht ausreichend Leistung bringt, kann es zum Versagen des Foliendaches und damit zum Gasaustritt kommen.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) rät deshalb Betreibern von Biogasanlagen, Wartungs- und Pflegearbeiten an den Dächern und Gebläsen regelmäßig durchzuführen und die Notstromversorgung zu sichern. So wird ein optimaler Druckausgleich im Foliendach gewährleistet und die Foliendächer sind bei Wetterextremen besser geschützt und es kommt seltener zu Störfällen.

Stützluftgebläse hält den Innendruck des Foliendachs aufrecht

Wenn sich die Luftmasse unter dem Foliendach schnell abkühlt, verringert sich das Volumen sehr schnell. Das hat zur Folge, dass der Innendruck sinkt und das Foliendach an Spannung verliert. Dies ist zunächst einmal kein Problem, solange das Stützluftgebläse des Foliendachs den Innendruck auf dem notwendigen Niveau hält.

Bei einer Störung des Stützluftgebläses, zum Beispiel durch Verstopfung oder wenn die Ansaugleistung geringer als sonst ist, kann es sein, dass die nachgeförderte Luftmenge nicht ausreicht, um den Innendruck des Foliendaches aufrecht zu erhalten. Regen, Hagel oder Schnee können das Dach dann eindrücken. Es fällt in sich zusammen, reißt unter Umständen ab und Biogas kann austreten.

Im Winter alle Drucksicherungen vor Frost schützen

Stützluftgebläse können im Laufe der Jahre an Leistung verlieren oder einen Defekt erleiden und in der Folge komplett ausfallen. Dann muss möglichst Ersatz gefunden werden. Damit Biogasanlagen-Betreiber den Defekt früh bemerken, sollten sie immer Wartungs- und Pflegearbeiten durchführen lassen. Die Herstellerangaben geben Auskunft, in welchen Abständen und in welcher Form das passieren sollte, beschreibt der SVLFG. Gerade bei älteren Modellen ist es sinnvoll, ein Ersatzgebläse auf Lager zu haben, damit dieses bei Bedarf schnell gewechselt werden kann.

Auch für den Wechsel sind die Herstellerangaben verbindlich. Die Schadenswahrscheinlichkeit ist am letzten Behälter, in der Regel beim Gärrestlager, aufgrund des Volumens, der Temperatur und des nachlassenden Biogasdruckes am größten. Außerdem sollten im Winter alle Über- und Unterdrucksicherungen ausreichend vor Frost geschützt werden - zum Bespiel durch die Zugabe von Frostschutzmittel in die Sperrflüssigkeit aller Behälter.

Geeignete Notstromaggregate einsetzen

Wegen zunehmend extremer Wetterereignisse sowie der angespannten Energiesituation hat sich die Wahrscheinlichkeit von Stromausfällen erhöht. Das Stützluftgebläse sowie die Profilverschlüsse der Foliendächer dürfen jedoch nicht längere Zeit ohne Funktion sein.

Zu den unternehmerischen Pflichten von Biogasanlagen-Betreibern gehört es deshalb, die erforderlichen Maßnahmen bei einem Stromausfall festzulegen. Dazu zählt zum Beispiel der Einsatz eines geeigneten Notstromaggregates.

Foliendächer nicht betreten, sondern einen umlaufenden Laufsteg anlegen

Das Foliensystem darf auf keinen Fall betreten oder geöffnet werden - auch nicht zur Störungsbeseitigung. Um einem Defekt oder den Einbruch von Tragluftdächern dennoch vorzubeugen, empfiehlt die SVLFG diese regelmäßig und insbesondere vor extremen Witterungsereignissen zu kontrollieren. Auch sollte sich das Foliendach nicht verformen.

Sollten auf dem Foliendach dennoch Schnee, Hagel oder Gegenstände nach einem Sturm liegen bleiben, müssen diese umgehend entfernt werden. Tipp: Ein umlaufender Laufsteg erleichtert solche Arbeiten. Fehlt dieser, sollte das Abkehren bevorzugt vom Boden aus mit einer Teleskopstange erfolgen. Ein Teleskoplader oder ein Schlepper mit einem zugelassenen Arbeitskorb können ebenfalls eingesetzt werden.

Mit Material von SVLFG

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...