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Biokraftstoffe weltweit auf drei Prozent der Ackerfläche

von , am
26.01.2012

Berlin - 2011 wurden insgesamt weltweit drei Prozent oder 45 Millionen Hektar Ackerfläche für den Anbau von Energiepflanzen wie Getreide, Ölpflanzen, Zuckerrohr/Zuckerrüben genutzt.

Die EU-Kommission hat die Entscheidung verschoben, ob sie die bestehenden Anti-Dumping-Zölle auf argentinischen und indonesischen Biodiesel deutlich abgesenkt. © Mühlhausen/landpixel
Das geht aus Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor. Zudem wird ein hoher Anteil pflanzlicher Nebenprodukte (Getreide: circa 40 Prozent Schlempe, Raps: circa 60 Prozent Schrot), die während der Biokraftstofferzeugung entstehen, als Futtermittel verwendet, wodurch die Netto-Inanspruchnahme von Flächen für Energiezwecke deutlich kleiner ausfalle, erklärte der DBV.

Verwendung von Pflanzenölen und Zucker wird steigen

Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) über die Erzeugung von Bioethanol und Biodiesel für das Jahr 2020 weisen eine weltweite Flächeninanspruchnahme von 60 bis 70 Millionen Hektar aus. Der Grund dafür liege in einer vermehrten Verwendung von Pflanzenölen, Zucker und anderen Biomassestoffen. Nicht Getreide, sondern Pflanzenöle und Zucker wären demnach die Wachstumsträger auf den Biokraftstoffmärkten.
 
Nach ersten Berechnungen des DBV entfielen von der globalen Biokraftstofferzeugung (Bioethanol und Biodiesel) des vergangenen Jahres 42 Prozent (%) auf die USA und 24 % auf Brasilien. In der EU lag der Anteil bei 14 % und in China bei sieben Prozent.
 
Weltgetreideverbrauch: Sieben Prozent für Biokraftstoffe
 
Vom Weltgetreideverbrauch wurden 2011 laut DBV rund 150 Millionen Tonnen oder knapp sieben Prozent für Biokraftstoffe genutzt. Vom globalen Pflanzenölvorkommen würden derzeit etwa zehn Prozent (EU 35%) in der Biodieselherstellung verwendet. Bei Zucker dienten knapp 30 % der Welterzeugung der Ethanolherstellung, wobei es sich zu 98 % um Rohrzucker handle. Nahrungsmittel- und Energie-Märkte hängen eng zusammen, schlussfolgerte der DBV. Der Ausbau der Bioenergie beziehungsweise der nachwachsenden Rohstoffe biete den Landwirten alternative Vermarktungschancen.
 
Die Preise am Energiemarkt bildeten letztlich die Preisuntergrenze für landwirtschaftliche Produkte. Bewegten sich jedoch die Lebensmittelpreise - wie zurzeit - oberhalb des energetischen Wertes der Produkte, geht die wirtschaftliche Attraktivität der bioenergetischen Verwertung zurück. Auch die Bioenergieerzeugung sei empfindlich gegenüber volatilen Rohstoffpreisen.
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