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Biomasse

Biotreibstoffe: EU-Umweltrat ohne gemeinsamen Nenner

von , am
23.03.2013

Brüssel - Die EU-Kommission will den Einsatz von Biodiesel und Bioethanol beschränken. Über diesen Vorschlag diskutierte am Donnerstag auch der europäische Umweltrat. Konsens gab es keinen.

Als problematisch bezeichnete Baumann die Obergrenze für auf Anbaubiomasse basierte Biokraftstoffe. © Heino Pattschull/fotolia.com
Die EU-Kommission möchte den Einsatz von Biodiesel und Bioethanol nicht weiter ausdehnen. Das europäische Parlament sieht diese Pläne kritisch. Am Donnerstag hat sich auch der Umweltrat der Europäischen Union mit diesem Thema beschäftigt. Dabei gingen die Meinungen jedoch weit auseinander.

Sehr unterschiedliche Ansichten innerhalb des Umweltrats

Deutschland, Frankreich, Dänemark, Finnland und Slowenien unterstützen eine Obergrenze von fünf Prozent für heutige Biokraftstoffe.
 
Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakische Republik, Bulgarien, Griechenland und Estland möchten weiterhin auf pflanzliche Rohstoffe als Basis für Sprit zurückgreifen und deren Anteil ausdehnen.
 

Anreize für Biotreibstoffe der 2. Generation schaffen

Die Mehrheit der Minister bezweifelt, ob die Biotreibstoffe der 2. Generation die durch die Pläne der EU-Kommission entstehende Lücke rasch schließen werden. Deshalb soll es zusätzliche Anreize geben.
 
Italien forderte einen Mindestanteil von drei Prozent für klimafreundliche Biokraftstoffe. Dänemark schlug einen Beimischungszwang von zwei Prozent für Biotreibstoffe der 2. Generation vor und verschiedene Osteuropäer regten zusätzliche Fördermittel aus dem EU-Haushalt an.
 
Fast alle EU-Mitgliedstaaten kritisierten die vierfache Anrechnung von Biotreibstoffen aus Abfällen auf das Klimaziel. Dies könne bewährte Entsorgungswege stören und klimaschädliche Effekte haben, betonten verschiedene Umweltminister.

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