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Aus Gülle Strom machen

Bi.Q-Anlagen: Interessante Alternative für Milchviehbetriebe

am Mittwoch, 27.04.2016 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Milchviehbetriebe ab 200 Kühen oder Bullenmastbetriebe ab 500 Tieren können ressourcensparend Biogas und Strom erzeugen. Bi.Q heißt das Konzept der 75 kW-Anlagen von Elemco.

Die bi.Q-Anlagen sind speziell für den Leistungsbereich bis 75 KW konzipiert, also keine "abgespeckten" NaWaRo-Anlagen, betont der Hersteller Elemco. Vor allem der Fermenter hat es in sich. Er ist als Ring-im-Ring-System aufgebaut. Das heißt, zusätzlich zur Außenwand, die den äußeren Ring darstellt, gibt es im Fermenter selbst nochmals einen Ring. In der äußeren Kammer befindet sich der Vor- oder Hauptgärer und in der inneren der Nachgärer. Diese Bauweise ermöglicht das so genannte "physikalische Rühren".

So funktioniert das physikalische Rühren

  • Sobald beide Fermenterkammern mit Gärflüssigkeit befüllt sind, schaltet sich die Heizung ein und der Gärprozess beginnt.
  • Da beide Kammern unten miteinander verbunden, oben aber getrennt sind, kann das entstehende Gas nur aus der Innenkammer zum Blockheizkraftwerk strömen.
  • Das Gas in der Außenkammer staut sich, das Substrat wird nach unten gedrückt und der Gasdruck steigt. Sobald dort 50 Millibar erreicht sind, öffnet sich ein Ventil, das die beiden Kammern verbindet.
  • Da der Druck in der Innenkammer deutlich geringer ist (rund 5 Millibar), schießt das Gas von der Außen- in die Innenkammer und durchmischt das Substrat bis in die unteren Bereiche.
  • Unterstützt wird dieser Prozess durch die Rührwerke, die von Zeit zu Zeit anspringen, um Schwimmschichten zu zerstören. Dies geschieht circa jede halbe Stunde und dauert nur zwei bis drei Minuten, daher ist der Eigenstromverbrauch der bi.Q-Anlage äußerst gering.

Vorteile gegenüber anderen Anlagen

  • Der Eigenstromverbrauch der Anlage liegt laut Hersteller bei drei bis fünf Prozent des erzeugten Stroms. Wettbewerbsanlagen benötigen etwa zehn Prozent und mehr. Das bedeutet eine Stromersparnis von circa 8.000€ im Jahr.
  • Die Kosten bei Wartungs- und Reinigungsarbeiten an der Heizung fallen deutlich geringer aus als bei herkömmlichen Anlagen, da alle Anlagenteile aus dem Fermenter herausgezogen werden können - ohne Entleerung! Die Stromproduktion kann nach vier bis fünf Stunden bereits wieder aufgenommen werden.
  • Ferner punktet die Anlage mit ihrer hohen Restwärme durch die kompakte Bauweise des Fermenters. Sowohl die Außen- und Innenwand als auch die Decke sind aus hochwertigem XA3Q-Beton gefertigt. Laut Hersteller könnten mit der Restwärme locker zwei Doppelhäuser geheizt werden.
  • Die Zielgruppe der bi.Q-Güllekraftwerke sind Milchviehbetrieb ab 200 Kühen oder Bullenmastbetriebe ab 500 Tieren.
     

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