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Biogas

Blühmischungen: Verbreiten sich die Samen aus Gärresten?

Wildpflanze
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Nicolette Emmerich, agrarheute
am
14.11.2018

Mehrjährige Wildpflanzen-Mischungen können Biogasfruchtfolgen auflockern und ökologisch aufwerten. Doch verbreiten sich über Gärprodukte Wildpflanzensamen auf andere Flächen?

Dieser Frage ist die Universität Rostock gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) am Beispiel der in der Praxis genutzten Blühmischung BG70 der Firma Saaten Zeller nachgegangen.  Es zeigte sich, dass sich vor allem hartschalige Samen, wie Steinklee- und Malven-Arten verbreiten können.

Keimfähiges Saatgut gelangt in großen Mengen in die Biogas-Prozesskette

Drei Arten aus BG70 konnten sich besonders gut auf den beiden im Projekt angelegten Versuchsflächen etablierten: Beifuß, Schwarze Flockenblume und Rainfarn. Ab dem dritten Jahr bestimmten sie den Bestand fast allein. Insbesondere im ersten Jahr kamen außerdem noch verschiedene Malven-Arten vor und im zweiten Jahr Weißer und Gelber Steinklee. Keimfähiges Saatgut all dieser Arten gelangte in großer Menge in das Erntegut und damit in die Biogas-Prozesskette.

Überlebensuqote bei hartschaligen Samen lag bei bis zu 70 Prozent

Die dann folgenden drei Stationen Silierung, anaerobe Vergärung und 12-wöchige Lagerung der Gärreste überstanden nur hartschalige Samen, ihre Überlebensquote lag je nach Art bei bis zu 70 Prozent. Hartschalige Samen sind kaum wasserdurchlässig und können ungünstige Umweltbedingungen lange Zeit überdauern, zur Keimung brauchen sie ebenfalls längere Zeiträume.

Gärreste nur mit Bedacht auf Ackerflächen ausbringen

In den Hülsenfrüchten oder Leguminosen und Malvengewächsen kommen hartschalige Samen besonders häufig vor. Damit sind in der Biogas-Wildpflanzenmischung BG70 die Steinklee- und die Malven-Arten die potenziell kritischen Arten, die verbreitet werden können: Sie kommen in den ersten beiden Standjahren in größerer Zahl auf den Flächen vor, und sie sind hartschalig. Landwirte sollten entsprechende Gärreste deshalb nur mit Bedacht auf andere Ackerflächen ausbringen, insbesondere Gärreste aus dem ersten Standjahr.

BG70 im Gärrest ab dem dritten Standjahr unkritisch

Ab dem dritten Standjahr sind BG70-Anteile im Gärrest unkritisch, da Beifuß, Schwarze Flockenblume und Rainfarn keine hartschaligen Samen haben. Nicht-hartschalige Samen wurden in den Versuchen im Labor und in einer Praxisanlage zu annähernd 100 Prozent inaktiviert. Saaten Zeller gibt für die Mischung BG70 eine Standzeit von bis zu 5 Jahren an.

Mit Material von fnr

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