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Biogas

Buchweizen und Quinoa bereichern die Biogasfruchtfolge

© hapo/landpixel
von , am
02.09.2014

Gülzow - Buchweizen und Quinoa stellen eine Bereicherung für Biogasfruchtfolgen dar und liefern zudem höhere Biomasseerträge als vergleichbare Zwischenfrüchte.

Buchweizen ist neben Quinoa eine Bereicherung für die Biogasfruchtfolge. © hapo/landpixel
In einem Forschungsvorhaben des Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) wurde die Eignung von Buchweizen und Quinoa als späte Zweitfrüchte für die Biogasnutzung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Kulturen u. a. aufgrund der kurzen Vegetationszeit als Zwischenfrüchte eine wertvolle Bereicherung für Biogasfruchtfolgen sind.
 
Das dreijährige Projekt des TFZ wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Kurze Vegetationszeit macht Zwischenfrüchte attraktiv

Nach der Ernte von Wintergetreide zur Nutzung als Ganzpflanzen-Silage besteht üblicherweise eine Vegetationslücke bis zur nächsten Hauptkultur. Je nach eingesetzter Getreideart und Witterungsverlauf variiert der Erntezeitpunkt dabei von Ende Mai bis Ende Juli. Werden anschließend leistungsstarke Arten wie Mais oder Sorghum gesät, kann es dazu kommen, dass die Abreife nicht mehr vollständig erfolgt, was wiederum hohe Wassergehalte, erhöhte Transportkosten und mehr Sickerwasser im Silo zur Folge hat.
 
Um dieser Problematik zu begegnen, wurden Buchweizen und Quinoa seit April 2011 am TFZ in Feld- und Gewächshausversuchen sowie zum Vergleich die Referenzen Einjähriges Weidelgras und Sommerroggen auf ihre Eignung als späte Zweitfürchte für die Biogasproduktion geprüft. Die beiden erstgenannten Arten, die den Pseudocerealien zugeordnet werden, haben mit ca. drei Monaten eine relativ kurze Vegetationszeit, was die Vermutung nahe legte, dass eine variable Integration in Fruchtfolgen zu deren Auflockerung möglich wäre.

Weites Aussaatfenster für Quinoa & Co.

Die Ergebnisse, die die Forscher bei ihren Arbeiten erzielen konnten, sind vielversprechend. So erreichten bspw. beide Kulturen in ca. 100 Tagen Trockenmasse-Erträge von bis zu 75 Dezitonnen je Hektar (dt/ha). Das weite Aussaatfenster von Mai bis Juli hat dabei zudem den Vorteil, variabel auf Witterungsbedingungen und Vorfrüchte reagieren zu können. Ein Anbau wäre nach Ganzpflanzen-Getreide und nach Gerste bzw. Roggen zur Körnernutzung möglich. In einer Fruchtfolge mit Ganzpflanzen-Getreide könnten demnach TM-Erträge von ca. 170 dt/ha möglich sein. Die zum Vergleich angebauten Referenzen Einjähriges Weidelgras und Sommerroggen konnten bei den erzielten Erträgen nicht mithalten, so die Forscher des TFZ.
 
Quinoa punktete besonders mit hohen TS-Gehalten, Frühreife, Trockenstresstoleranz und mit einer höheren Wassernutzungseffizienz als Buchweizen. Außerdem verfügt Quinoa über einen höheren Anteil an gut vergärbaren Inhaltsstoffen. Beide Arten liefern zudem die Spurenelemente Cobalt und Nickel, welche essentiell für die Bakterien im Biogasfermenter sind und die Biogasprozessstabilität verbessern. Die Methanausbeute von Buchweizen liegt bei 268 Nl/kg oTM und die von Quinoa sogar bei 311 Nl/kg oTM. Der Methanhektarertrag beider Kulturen wird vom TFZ mit im Mittel 1.300 Nm3/ha angegeben.
 
Buchweizen und Quinoa können demnach sehr gut in Biogas- und Marktfruchtfolgen integriert werden und die Vegetationslücke im Sommer effizient nutzen. Dies führt wiederum dazu, dass die Flächenproduktivität gesteigert, Arbeitsspitzen entzerrt und die Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion entschärft werden. Außerdem kann die positive Vorfruchtwirkung zur Senkung der Produktionsintensität in nachfolgenden Kulturen führen und dadurch Ressourcen schonen. Hinzu kommt, dass beide Arten nicht mit anderen, weit verbreiteten Ackerkulturen verwandt sind und somit auch dazu beitragen können, die Agrarlandschaft u. a. durch ihr Blütenangebot zu bereichern. 

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