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Kredite

Deutlich weniger Kredite für Windenergie nachgefragt

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Josef Koch, agrarheute
am
03.02.2019

Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat 2018 weniger Sonderkredite abgeschlossen. Hauptgrund war die geringere Nachfrage nach Finanzierungen für Windenergieanlagen.

Windkraft- und Biogasanlage

Die Landwirtschaftliche Rentenbank verzeichnete im Geschäftsjahr 2018 eine rückläufige Nachfrage nach ihren Programmkrediten. Das Neugeschäft ging um 9,5 Prozent auf 6,7 Mrd. Euro zurück.

Ursache dafür war ein starker Rückgang bei Windenergiefinanzierungen, ausgelöst durch eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Allerdings war die Kreditnachfrage in diesem Segment 2017 sehr hoch.

Diesen Rückgang konnte die Bank durch Zuwächse in den Fördersparten „Agrar- und Ernährungswirtschaft“ und „Ländliche Entwicklung“ nur teilweise kompensieren. In der Sparte „Landwirtschaft“ blieb das Neugeschäft weitgehend stabil.

Kräftiger Einbruch bei Krediten für Windenergie

Stark rückläufig war die Nachfrage nach Programmkrediten für Erneuerbare Energien. Nachdem das Neugeschäft im Jahr 2017 auf 2,4 Mrd. Euro kräftig angezogen hatte, lag es 2018 nur noch bei 1,4 Mrd. Euro. Ausschlaggebend dafür waren Änderungen des EEG und ein dadurch ausgelöster erheblicher Rückgang der Windenergiefinanzierungen.

Dagegen hat sich die Nachfrage nach Finanzierungen für Fotovoltaikanlagen mehr als verdoppelt. Ebenso gewährte die Förderbank deutlich mehr Darlehen für die Flexibilisierung der Stromerzeugung von Biogasanlagen.

Vor allem Darlehen für Maschinen und Liquiditätssicherung gefragt

Die Fördersparte „Landwirtschaft“ hatte 2018 mit 2,1 Mrd. Euro (2,2 Mrd. Euro) den größten Anteil am Förderneugeschäft mit Programmkrediten. Während hier die Finanzierungsnachfrage für Maschinen stieg, waren Finanzierungen für Gebäude und Flächen weniger gefragt.

Durch die Wetterextreme im Jahr 2018 erhöhte sich die Nachfrage nach Liquiditätssicherungsdarlehen um 275 Prozent auf 30,8 Mio. Euro. Wie Horst Reinhardt, Sprecher des Vorstands der Rentenbank ankündigte, wird das Liquiditätssicherungsprogramm mindestens bis Dezember 2019 für die Antragstellung offen bleiben.

Betriebsergebnis gesunken

Das vorläufige Betriebsergebnis der Rentenbank sank vor Risikovorsorge und Bewertung gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent auf 207,1 Mio. Euro. Das ist unter anderm auf den um 3,4 Prozent auf 295,1 Mio. Euro (305,6 Mio. Euro) gesunkenen Zinsüberschuss zurückzuführen.

Das andauernde Niedrigzinsumfeld wirkte sich negativ auf die erzielbaren Margen und Anlagerenditen bei den Eigenmittelinvestitionen aus.

Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um 3,6 Prozent auf 71,8 Mio. Euro, hauptsächlich aufgrund gestiegener Aufwendungen für Personal und für Bankenaufsicht. Nach Risikovorsorge und Bewertung sowie der vorgesehenen Rücklagendotierung rechnet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2018 mit einem Jahresüberschuss von 63 Mio. Euro. Das wären 2 Mio. Euro mehr als 2017.

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