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Alternative Kraftstoffe

Deutsche Bahn setzt auf Biokraftstoff aus Rest- und Abfallstoffen

Regionalbahn
am Dienstag, 13.09.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Im baden-württembergischen Oberschwaben ist seit dem 1. September der erste Regionalzug der Deutschen Bahn mit Biosprit unterwegs. Der Kraftstoff wird nach Angaben der Bahn aus biologischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt.

Die Deutsche Bahn (DB) will den Weg zur Klimaneutralität bereits jetzt angehen und stellt teilweise den Regional-, Fern-, sowie den Schienen- und Güterverkehr auf Hydrogenated Vegatable Oils (HVO) um. Durch die Umstellung auf Biokraftstoffe der 2. Generation werden im Vergleich zum Einsatz von Diesel rund 90 Prozent der CO2-Emissionen eingespart, wie die Bahn und das baden-württembergische Verkehrsministerium mitteilten.

Fernverkehr soll bis 2025 komplett mit Biosprit fahren

Kraftstoffe der ersten Generation werden aus Pflanzenteilen hergestellt, wohingegen sich die Biokraftstoffe der 2. Generation lediglich aus Reststoffen herstellen lassen. 57 Züge sollen an einer umgerüsteten Tankstelle in Aulendorf aufgefüllt werden und so klimafreundlicher in der Region unterwegs sein. Weitere Orte in Deutschland sollen in diesem Jahr folgen.

Bis zum Jahr 2040 will die Bahn Dieselkraftstoffe vollständig aus ihrer Flotte verbannen. Im Fernverkehr sollen schon bis zum Jahr 2025 alle Dieselloks auf Biosprit umgerüstet werden. Somit lassen sich  die Sylt Shuttles zwischen Niebüll auf dem schleswig-holsteinischen Festland und Westerland auf Sylt schon seit Juli mit nachhaltigerem Kraftstoff betanken.

Biosprit wird im Schienen- und Güterverkehr schon seit 2021 genutzt

Auch im Güterverkehr wird der Biosprit an drei Tankstellen in Deutschland genutzt. Der Schienen- und Güterverkehr ist sogar der Vorreiter der Technologie, denn bereits seit 2021 fahren diese Züge mit dem Biosprit. Der Kraftstoff wird nach Angaben der Bahn aus biologischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt. Eine Sprecherin der Bahn erklärte gegenüber agrarheute: "Zu biologischen Rest- und Abfallstoffen zählen beispielsweise pflanzliches Altspeiseöl oder tierische Fette aus der Nahrungsmittelverarbeitung. Die Rest- und Abfallstoffe werden durch den Hersteller weltweit beschafft."

Für die Produktion werden so keine zusätzlichen Anbauflächen genutzt, die in Konkurrenz mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion stehen könnten. Außerdem ist der Biokraftstoff, den die DB bezieht, frei von Palmöl. "Diese Standards sind klar durch die Unternehmensleitlinien der DB sowie die europäische und nationale Gesetzgebung geregelt, die Einhaltung wird über Zertifizierungsstellen kontrolliert und sichergestellt", betont die Bahnsprecherin.

Mit Material von dpa, DB

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