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EEG 2021: Das ändert sich für Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlage
am Mittwoch, 23.06.2021 - 14:00 (Jetzt kommentieren)

Durch die EEG-Novelle 2021 gab es einige Änderungen für Solaranlagen. Die Rechtsanwaltskanzlei von Bredow Valentin Herz (vBVH) gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Künftig werden zwei verschiedene Anlagensegmente ausgeschrieben: erstens die Freiflächenanlagen und Solaranlagen auf baulichen Anlagen, zweitens Solaranlagen auf Gebäuden oder Lärmschutzwänden. Die maximal zulässige Gebotsgröße beträgt jeweils 20 MWp. Ab 750 kWp ist die Teilnahme für den Erhalt einer Förderung verpflichtend. Aufdachanlagen können aber freiwillig ab 300 kWp teilnehmen.

Im ersten Segment sinkt das jährliche Ausschreibungsvolumen bis 2028 von 1.850 MW auf 1.550 MW. Der Höchstwert beträgt zunächst 5,9 Cent/kWh, erfährt aber eine dynamische Anpassung. Bis 2025 steigt das Ausschreibungsvolumen im zweiten Segment von 300 auf 400 MW. Der Höchstwert beträgt hier zu Beginn 9 Cent/kWh und sinkt dann jährlich um jeweils 1 Prozent. Zu beachten ist, dass das Eigenversorgungsverbot für Ausschreibungsanlagen weiter gilt.

Das gilt bei Innovationsausschreibungen

Mit dem EEG 2021 werden die Innovationsausschreibungen ausgeweitet. An diesen zweimal jährlich stattfindenden Ausschreibungen können nur Anlagenkombinationen wie beispielsweise Windenergie- und Photovoltaik (PV)-Anlagen teilnehmen. Beim Ausschreibungstermin am 1. April 2022 soll zudem die Entwicklung und Realisierung innovativer PV-Projekte besonders berücksichtigt werden. Dafür wurde ein zusätzliches Segment für Anlagenkombinationen mit sogenannten besonderen Solaranlagen, wie PV-Anlagen auf Gewässern, geschaffen.

Gebote für solche Anlagen mit einer Gebotsgröße zwischen 100 kWp und 2 MWp sollen beim Termin am 1. April 2022 in einem Umfang von 50 MW bevorzugt bezuschlagt werden und so die Möglichkeit erhalten, einen besseren Preis zu erzielen. Welche Voraussetzung diese PV-Anlagen genau erfüllen müssen, steht noch nicht fest.

Einschränkung bei der Einspeisevergütung

Es gibt eine wichtige Änderung für Solaranlagen, die nicht an den Ausschreibungen teilnehmen müssen. Betroffen sind Aufdachanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 300 bis 750 kWp. Sie erhalten künftig nur noch eine Vergütung für 50 Prozent des erzeugten Stroms. Für die übrigen 50 Prozent verbleibt nur die Möglichkeit, diesen Anteil ungefördert einzuspeisen oder vor Ort zu verbrauchen.

Die Änderung gilt für alle Anlagen, die ab dem 1. April 2021 in Betrieb genommen wurden. Soll dies vermieden werden, bleibt nur die Möglichkeit, freiwillig an den Ausschreibungen teilzunehmen. Dann darf der erzeugte Strom aber nicht zur Eigenversorgung genutzt werden. Betreibern dieser Aufdachanlagen bleibt künftig nur die Wahl zwischen einer vollen Förderung ohne Eigenversorgung oder einer auf 50 Prozent der Strommenge reduzierten Förderung mit Eigenversorgung oder Drittlieferung vor Ort.

Anschlussförderung erstmals möglich

Das EEG 2021 sieht erstmalig auch eine Förderung für eigentlich ausgeförderte Anlagen vor. Ausgeförderte Anlagen sind solche, deren 20-jähriger Förderzeitraum abgelaufen ist. Sie haben nunmehr unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, eine Anschlussförderung in Anspruch zu nehmen.

Ausgeförderte Solaranlagen mit einer installierten Leistung bis 100 kW können noch bis zum 31. Dezember 2027 eine Einspeisevergütung in Anspruch nehmen. Bezahlt wird allerdings nicht die bisherige Förderung, sondern der energieträgerspezifsche Jahresmarktwert an den Strombörsen abzüglich der Stromvermarktungskosten.

Mit Material von vBVH
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