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Aus der Wirtschaft

EEG: Biogasfirmen protestieren mit offenem Brief an Gabriel

von , am
04.03.2014

Die Biogasbranche sieht durch die Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) tausende Arbeitsplätze und Milliardeninvestitionen in Gefahr. Mit einem offenen Brief wehren sie sich gegen die "faktische Abschaffung der Biogasnutzung".

Der Verein Nachhaltige Energien e.V. und die Interessensgemeinschaft Bestandsschutz von Biogasanlagen im EEG klagen gemeinsam mit ihren Mitgliedern gegen die Eingriffe des Gesetzgebers. © landpixel
Die Biogasbranche fürchtet durch die Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) um ihre Zukunft. Die Biogasnutzung in Deutschland werde dadurch "faktisch abgeschafft". Zudem drohe ein massiver Abbau von Arbeitsplätzen. "Der vorliegende Entwurf zum EEG bedeutet faktisch das Ende der Biogasentwicklung in Deutschland", mahnt Claus Rückert, Sprecher des Firmenbeirats im Fachverband Biogas.
 
Mehr als 160 Firmen wenden sich jetzt in einem offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Gesamtkostenbetrachtung stimmt nicht

Die Verfasser des Briefes beklagen, dass die Kostendebatte falsch und einseitig geführt werde. Da wesentliche Kosten der konventionellen Energien - wie Umwelt- und Gesundheitsschäden oder die Suche nach einem Atommüll-Endlager - nicht auf der Stromrechnung erscheinen, würden diese nicht mit eingerechnet.
 
Vor allem bei Biogas fehle die Gesamtkostenbetrachtung: Der Bau teurer Speicher würde durch die flexible Stromerzeugung durch Biogas unnötig, die Fluktuation von Strom aus Sonne und Wind könnte damit ausgeglichen werden.
 
Die Unterzeichner des Briefes fordern planbare Übergangsfristen, realistische Regelungen für den Einsatz von Reststoffen sowie ökologisch wertvollen Energiepflanzen und die Erweiterung des Ausbaukorridors für Biomasse von 100 auf 300 Megawatt pro Jahr.

Auch Wind- und Solarkraftbefürworter protestieren

Auch Befürworter der Wind- und Solarenergie wenden sich gegen die Energiepolitik der Bundesregierung und haben rund 216.000 Unterschriften an Gabriel übergeben. Das Kampagnennetzwerk "Campact.de - Demokratie in Aktion" hatte im Internet ein Protestschreiben an Gabriel sowie die Ministerpräsidenten und Energieminister gegen die Energiepolitik der Bundesregierung veröffentlicht, das Interessierte unterzeichnen konnten.
 
Gabriel sagte dazu am Montag in Erlangen: "Ich finde so etwas gut, es ist eine tolle Aktion. Nur durch die Bürgerbeteiligung kann die Energiewende stattfinden." An der geplanten Deckelung des Ausbaus von Wind- und Solarenergie werde sich dennoch nichts ändern. Gabriel will seine Antwort auf die Aktion auf der Internetseite von Campact veröffentlichen.

EEG-Reform: Folgen für Energiewirte

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