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Ausschreibung Biomasse und Wind

EEG: Ergebnisse der Ausschreibungen enttäuschen Energieverbände

Biogasanlage zwischen Windkraftanlagen
am Freitag, 15.10.2021 - 12:00 (Jetzt kommentieren)

Die Bundesnetzagentur hat die erfolgreichen Gebote der nationalen Ausschreibungen für Windenergie an Land und Biomasse zum 1. September 2021 bekanntgegeben.

Die Windenergie an Land wurde mit einem Volumen von 1.824 Megawatt (MW) überzeichnet. Für Biomasseanlagen wurden mit einem ausgeschriebenen Volumen von 275 MW lediglich 73 Gebote mit einem Volumen von 70 MW bezuschlagt. Verbände sehen verschlechterte Voraussetzungen für Energiewirte und künftige Investitionen in Biogasanlagen.

Biomasse: Wenige Gebote erfolgreich

Zum Gebotstermin 1. September 2021 wurden 275 MW ausgeschrieben. Es wurden 100 Gebote mit einem Volumen von 86,5 MW eingereicht. Diese Runde war damit wieder deutlich unterzeichnet. Aufgrund der Unterzeichnung fand erneut die durch das EEG 2021 eingeführte Mengensteuerung für Biomasseanlagen Anwendung.

Dafür wurden zunächst die Gebote von Neu- und Bestandsanlagen separiert (7 Gebote für Neuanlagen mit 20,5 MW und 93 Gebote für Bestandsanlagen mit 66 MW) und auf ihre Zulässigkeit geprüft. Anschließend wurde das Zuschlagsvolumen jeweils auf 80 Prozent des Volumens der zugelassenen Gebote für Neu- und Bestandsanlagen gekürzt. Insgesamt waren noch 73 Gebote mit einem Volumen von 70 MW erfolgreich. Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote liegen zwischen 12,00 ct/kWh und 18,23 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 17,48 ct/kWh und ist gegenüber den Vorrunden gestiegen.

Das kritisieren Biogasrat und das Hauptstadtbüro Bioenergie

Angesichts des Klimawandels und der Gefahr von Stromlücken stoße das Ergebnis der Ausschreibung für Biomasse auf „großes Unverständnis“, so Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüro Bioenergie.

Vor allem die endogene Mengenbesteuerung sorge bei Energiewirten für Verunsicherung und liefere keine Investitionssicherheiten, weiterhin führt Rostek aus: „Zudem fehlt bis zum jetzigen Zeitpunkt den Betreibern die nötige Planungssicherheit bezüglich der beihilferechtlichen Genehmigung des Flexibilitätszuschlags für Bestandsanlagen. Hier ist mehr Druck von Seiten der Bundesregierung auf die Europäische Kommission wünschenswert. Die nächste Bundesregierung sollte so bald wie möglich die endogene Mengensteuerung abschaffen […]“

Auch Geschäftsführerin Janet Hochi des Biogasrat+ e.V. ist enttäuscht: „So kann Klimaschutz in Deutschland nicht gelingen. Wir brauchen Regelungen, die den Ausbau erneuerbarer Energien in ihrer Gesamtheit fördern und nicht blockieren, wie wir es bei der endogenen Mengensteuerung für Biomasse im EEG 2021 erleben.“

Viele Gebote für Windenergie an Land

Die Ausschreibung für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. September 2021 ist das erste Mal seit der Dezemberrunde 2020 überzeichnet. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 1.492 MW wurden 210 Gebote mit einem Volumen von 1.824 MW eingereicht. 166 Gebote mit einem Umfang von 1.494 MW konnten bezuschlagt werden. Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 5,20 ct/kWh bis 5,92 ct/kWh. Der mengengewichtete, durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 5,79 ct/kWh. So liegt er merklich unter dem Höchstwert von 6,00 ct/kWh in dieser Runde.

Regional betrachtet entfiel das größte Zuschlags-Volumen auf Gebote für Standorte in Schleswig-Holstein (401 MW, 43 Zuschläge), Nordrhein-Westfalen (315 MW, 51 Zuschläge) und Niedersachsen (265 MW, 19 Zuschläge).

Die nächsten Ausschreibungsrunden der bezuschlagten Technologien finden für Windenergie an Land am 1. Februar 2022 und für Biomasse am 1. April 2022 statt.

Mit Material von BNetzA, Hauptstadtbüro Bioenergie und Biogasrat+ e.V.

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