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Biomasse

EEG: Eine Lösung finden

von , am
03.03.2011

Berlin - Einen Vorschlag für die anstehende Novellierung des EEG erarbeiten. Das war Ziel eines Treffens von Politik und Fachwelt in Berlin.

Der Fachverband Biogas kritisiert, dass im EEG-Reformvorschlag Hinweise auf Änderungen für Neuanlagen fehlen würden. © landpixel
"Wir brauchen ein starkes EEG, um unsere Ziele im Energiekonzept zu erreichen", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Weiter sagte Aigner, dass das EEG nicht allein für die Verstärkung der Maismonokulturen, die Flächenkonkurrenz und die steigende Pachten verantwortlich sei.
Biogasanlagen (BGA) müssten sich zukünftig an Effizienzkriterien messen lassen. Sie hat das Deutsche Biomasse Forschungs Zentrum (DBFZ) in Leipzig beauftragt verschiedene Vergütungsansätze durchzurechnen. Dr. Daniela Thrän vom DBFZ stellte den Monitoringbericht zum EEG 2009 vor. Sie sagte, das EEG habe den Bau von BGA in Schwerpunktregionen gefördert. Biomasseheizkraftwerke seien gleichmäßig verteilt. Bei BGA überwiege die Kombination von Nawaro-, Gülle- und KWK-Bonus.

Bonusoptimierte Anlagen: Weder kosten- noch klimaschutzeffizient

Der Mindesteinsatz von 30 Prozent Gülle löste die Flächenkonkurrenz aus. Der energetische Wert von Gülle erreiche nur 60 Cent je kWh. Andere Boni, wie der Landschaftspflege-Bonus würden kaum genutzt. Die Befragung von Anlagenbetreibern ergab, dass über 70 Prozent der Energie aus Nawaros, und davon 76 Prozent aus Maissilage stammen. Nur elf Prozent der Energie kommen aus Exkrementen, die 43 Prozent der eingesetzten Masse ausmachen.
Bonusoptimierte Anlagen arbeiten weder kosteneffizient noch klimaschutzeffizient. In viehstarken Regionen würden Mitnahmeeffekte einer nicht ausgewogenen Vergütung verstärkt. Laut Thrän sei die Energie aus Biomasse die teuerste im EEG, da Kostensenkungseffekte durch Marktausbau nicht möglich seien.
Für die EEG-Novelle sei zu beachten, dass die KWK-Nutzung die höchste Treibhausgasreduktion erreiche und dass Rohstoffverfügbarkeit und Wärmeabsatz unterschiedliche Anlagengrößen erforderlich machen. Weiter seien spezifischen Rohstoffkosten unabhängig von der Anlagengröße und die Biomethanbereitstellung sei teurer als die Biogasbereitstellung. Speichersysteme für Gas und Wärme müssten entwickelt werden und die Vergütung müsste Technologie offen erfolgen. Der Gülle-Bonus habe seine Wirkung verfehlt und ökologisch vorteilhafte Rohstoffe seien teurer als Mais. Bei kleinen Gülleanlagen stehe die Stromerzeugung nicht im Zentrum.

Grundpfeiler des EEG erhalten

Ministerialdirektor Clemens Neumann sagte, dass eine breite Mehrheit darüber bestehe, dass die Grundpfeiler des EEG erhalten bleiben müssten. Ziel der landwirtschaftlichen Produktion müsse die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln sein, es bestünde aber auch Potenzial, daneben Energie zu erzeugen. Diese Chance müssten Landwirte auch nutzen dürfen.
 
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