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Biogas

EEG-Novelle: Flächenkonkurrenz entschärfen

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von , am
16.02.2011

Berlin - Was muss bei der EEG-Novellierung beachtet werden? Diese Frage soll bei einer Tagung des Landwirtschaftsministeriums geklärt werden. Der DBV hat seine Position vorab bekanntgegeben.

Strom aus Biogas vermarkten - dazu gibt es verschiedene Varianten. © Mühlhausen/landpixel
Auf der Tagung "Anspruch der Bioenergie an die EEG-Novellierung" soll mit Experten der anstehen­de Handlungsbedarf bezüglich des Erneuerbare-Energien-Gesetz zielgenau evaluiert werden. Gemeinsam will das Landwirtschaftsministerium am morgigen Donnerstag konstruktive Lösungsansätze entwickeln. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Grundsätze für die EEG-Novelle 2012 vorab bekanntgegeben.
Der konsequente Ausbau der Bioenergie und der Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen in Deutschland habe die wirtschaftlichen Chancen der Landwirtschaft und des ländlichen Raums erheblich verbessert und einseitige Abhängigkeiten von den Agrarmärkten gemildert. "Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) hat in besonderer Weise dazu beigetragen, die Biomasseproduktion für die Energie- und Rohstoffmärkte zu etablieren und einen wachsenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten", schreibt der DBV in seiner Erklärung.

EEG stärker auf Kaskadennutzung der Biomasse ausrichten

Bei der EEG-Novelle 2012 soll der Markt für Erneuerbare Energien an den allgemeinen Energiemarkt herangeführt werden. Flächenkonkurrenzen vor allem an Standorten mit intensiver Tierhaltung sollen dadurch entschärft werden, dass das EEG stärker auf die Kaskadennutzung der Biomasse ausgerichtet wird.
Zudem muss in Zukunft die Wertschöpfung vorrangig in der Hand von Landwirten verbleiben, fordert der Bauernverband.
Nach Meinung des Deutschen Bauernverbandes sind im Interesse der deutschen Landwirtschaft folgende Aspekte zu beachten:
  1. Bei der EEG-Novelle 2012 darf es nicht zu Brüchen kommen. Es ist ein umfassender Bestandsschutz für die bis dahin in Betrieb gegangenen Anlagen zu gewährleisten. Bei der EEG-Novelle 2012 geht es in erster Linie um Anpassungen für Neuanlagen.
  2. Der weitere Ausbau der Bioenergie muss vor allem über Ertrags- und Effizienzsteigerungen erfolgen. Der Anlagenzubau muss sich auch daran orientieren, inwieweit die Verfügbarkeit von landwirtschaftlichen Rohstoffen tatsächlich gegeben ist.
  3. Erneuerbarer Strom aus Biomasse braucht auch künftig einen Einspeisevorrang im Netz und langfristig verlässliche Mindestvergütungen als Grundlage für eine Investitionssicherheit. Insbesondere bei Biogas seien mit dem EEG 2009 teilweise Überhitzungen eingetreten (vor allem in Veredlungsregionen), die künftig korrigiert werden müssen, ohne allerdings den angepassten Ausbau insgesamt in Frage zu stellen. Die Förderung des EEG muss bei einer Novelle die Entwicklung der Energie- und Agrarmärkte beachten. Ein wesentliches Ziel der Novelle muss es sein, eine sinnvolle Verbindung zwischen Tierhaltung und Biogasproduktion herzustellen,  vor allem durch den gezielten Anreiz zur Nutzung von Gülle, Mist und Reststoffen. Dies mindert die Flächenkonkurrenz.
  4. Bei der bedarfsgerechten Stromerzeugung (sog. Markt- und Netzintegration) hat die Bioenergie unter den Erneuerbaren besondere Stärken, die es künftig zu nutzen gilt. Neben der Stromeinspeisung ist über eine verbesserte Wärmenutzung eine Erhöhung der Energieeffizienz bzw. Energieausnutzung anzustreben. Hier bieten die Einspeisung, Zwischenspeicherung von Biogas in das Gasnetz und eine bedarfsgerechte KWK-Nutzung von Biogas gute Möglichkeiten. 

Wirtschaftlichkeit der Produktionskette erhöhen

Der Bauernverband fordert, dass es über die Novelle des EEG hinaus durch einen verstärkten Ansatz bei Forschung und Entwicklung gelingen muss, die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der gesamten Produktionskette bei Bioenergie deutlich zu erhöhen. Dazu gehöre auch die Entwicklung von wirtschaftlichen Alternativen zum Maisanbau für Biogas in der Fruchtfolge. Die Biomasseproduktion für Energie und Rohstoffe müsse als dezentrale Produktion Teil der landwirtschaftlichen Erzeugung bleiben. Der DBV spricht sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich für die Beibehaltung des geltenden Genehmigungsrechtes für Biomasse-Anlagen im Baugesetzbuch aus.
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