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Biogas

EEG-Reform: 'Biogasbranche nicht abwürgen'

von , am
17.02.2014

Mit Unmut und Widerstand reagiert die Branche der Erneuerbaren Energien auf die geplante EEG-Reform. Vor allem der Sparte Biogas droht der Atem nach der EEG-Reform 2012 auszugehen.

 
Vor allem die Biogasbranche fürchtet, dass ihr der "Hahn zugedreht wird": Mit seinen Vorschlägen zur Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) fordert Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) ihr viel ab. Wie wirkt sich die Energiereform für die Landwirte aus, und wie versucht die Biogasbranche, das Schlimmste zu verhindern? Darüber spricht Rouven Zietz, Experte für Erneuerbare Energien und Redakteur bei Joule, dem Fachmagazin für Erneuerbare Energien.

Die empfindlichen Stellschrauben

In seinen Vorschlägen zur EEG-Reform lässt Gabriel offensichtlich keine Stellschraube aus: Bei Biomasse beispielsweise strebt die Bundesregierung wegen hoher Kosten und der Probleme durch zu starken Maisanbau an, den jährlichen Zubau auf höchstens 100 Megawatt (MW) zu deckeln. In der Sparte Solar sieht das Reformpapier vor, die Leistung von teils über 7.500 MW pro Jahr auf 2.500 MW im Jahr zu begrenzen. Für die Energiegewinnung durch Windkraft an Land sollen nur noch Anlagen mit einer Leistung von 2.500 MW gebaut werden.

Zankapfel: Zubau bei Biomasse

Einer der großen Streitpunkte bei den Vorschlägen zum EEG ist der starke Einschnitt beim Zubau von Biomasseanlagen. "Dagegen läuft zum Beispiel der Fachverband Biogas Sturm", berichtet Rouven Zietz. Konkret fordere der Verband, die Ausbaugrenze von 100 MW auf mindestens 250 MW pro Jahr zu verschieben.
 
Denn der Biogasverband will natürlich versuchen, "das Schlimmste zu verhindern, nämlich, die Brache komplett abzuwürgen", und einen Schritt auf Gabriel zugehen, so der Joule-Redakteur. Auf dem Markt für Biogas sehe es nach der Neureglung im EEG von 2012 ohnehin nicht rosig aus. Es würden kaum Analgen gebaut und zahlreiche Arbeitsplätze gingen verloren. Würde das neue EEG die Branche noch mehr beschneiden, "würde Innovation verspielt, die später für dem Export bedeutend sein kann", verdeutlicht der Experte für Erneuerbare Energien.
 
Auch was Photovoltaikanlagen betrifft, besteht großer Unmut. Kritiker wehren sich gegen Gabriels Pläne, Anlagen, die zur Eigenstromversorgung dienen, mit der EEG-Umlage zu belasten. Investitionen in diesem Bereich könnten wirtschaftlich unattraktiv werden, so Zietz. Im Segement Photovoltaik werde durch die Reform möglicherweise Potenzial verschenkt.

Prognose schlicht zu früh

"Die geplante Reform verunsichert viele Landwirte und Investoren", berichtet Zietz. Für eine Prognose zu Folgen des EEGs sei es allerdings noch zu früh. "Es stehen mehrere Modelle im Raum, wie man an die Reform herangehen kann", erklärt der Joule-Redakteur. Auch wenn es sich erst zeigen müsse, was die Reform bringt, "eines ist jetzt schon sicher, an dem Schutz für bestehende Anlagen wird nicht mehr gerüttelt."
 
Und noch sind die Würfel nicht gefallen. Die Pläne zur EEG-Reform sollen bis zur Sommerpause vom Bundestag beschlossen werden.
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