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Ökostrom

EEG-Umlage würde ohne Deckelung um 40 Prozent steigen

Photovoltaikanlagen und Windräder
am Mittwoch, 14.10.2020 - 16:53 (Jetzt kommentieren)

Im nächsten Jahr wäre die EEG-Umlage drastisch gestiegen und hätte einen Rekordwert erreicht. Mit einer Deckelung der EEG-Umlage verhindert die Bundesregierung den extremen Anstieg.

Nach dpa-Informationen wäre die EEG-Umlage im nächsten Jahr ohne Deckelung um 40 Prozent gestiegen und hätte damit 9,6 Cent pro Kilowattstunde Strom erreicht. Momentan zahlen Verbraucher 6,8 Cent pro Kilowattstunde. Ursache für den prognostizierten Anstieg, der ohne Deckelung entstehen würde, seien Auswirkungen der Corona-Krise.

Angekündigte Deckelung drückt Höhe der Umlage massiv

Die Bundesregierung will die EEG-Umlage für 2021 auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde und für 2022 auf 6,0 Cent begrenzen. Dadurch entstehen dem Bundeshaushalt Ausgaben von etwa 11 Mrd. Euro. Damit die EEG-Umlage auch langfristig auf einem stabilen Niveau gehalten wird, sollen ab dem nächsten Jahr Einnahmen aus der CO2-Bepreisung aus dem Verkehrs- und Gebäudesektor genutzt werden.

Morgen (15.10.) wollen die großen Stromnetzbetreiber veröffentlichen, welche Höhe die EEG-Umlage ohne die Deckelung im nächsten Jahr rechnerisch erreichen würde.

Geringere Börsenpreise führen zu höherer Umlage

Während der Corona-Krise sanken die Börsenpreise für Strom. Da die EEG-Umlage dazu dient, den Unterschied zwischen dem Börsenpreis und den für die Ökostromproduzenten garantierten Zahlungen auszugleichen, vergrößerte sich die Lücke in der Krise deutlich.

Derzeit beträgt das Defizit auf dem EEG-Konto rund 4 Mrd. Euro. Auf das EEG-Konto gehen sowohl die Zahlungen der Stromkunden als auch die Einnahmen, die sich aus dem Ökostrom-Verkauf an der Börse ergeben.

Verbraucher profitieren kaum von Deckelung

Etwa ein Viertel des Strompreises geht auf die EEG-Umlage zurück. Das Vergleichsportal Verivox kam zu dem Ergebnis, dass die geplante Deckelung für private Verbraucher aber kaum zu einer Entlastung führen wird. Der durchschnittliche Strompreis werde nach der Deckelung nur um etwa 1 Prozent gesenkt, so Verivox. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeute dies eine Ersparnis von 12 Euro.

Allerdings müsste der Drei-Personen-Haushalt ohne die Deckelung einen um 13 Prozent beziehungsweise 136 Euro höheren Strompreis bezahlen, errechnete Verivox.

Die EEG-Umlage ist ein Instrument zur Förderung des Ökostroms. Betreiber von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien erhalten durch die EEG-Umlage für ihre Stromeinspeisung eine feste Vergütung. Diese richtet sich nicht nach dem Marktpreis.

Mit Material von dpa
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