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Energieversorgung: Was wir aus der Corona-Krise lernen

Symbolbild-Klimaschutz-Klimapaket
am Dienstag, 14.04.2020 - 14:06 (Jetzt kommentieren)

Die Welt ist im Ausnahmezustand. In der Energiepolitik sollte man jetzt die richtigen Schlüsse ziehen, wie man das Energiesystem für die Zukunft wappnet und den Klimaschutz nicht aus den Augen verliert. Ein Kommentar.

Der Klimaschutz darf trotz Corona-Krise nicht an Bedeutung verlieren. Heute kann noch keiner sagen, wie lange die Pandemie noch anhält und wie groß der wirtschaftliche Schaden durch die Stilllegung des sozialen Lebens sein wird. Doch die Politik sollte in diesen schwierigen Zeiten nicht gänzlich den Blick auf die Energieversorgung verlieren. Bis heute gibt es keine vernünftigen Regelungen für die vielen Solar-, Windkraft- und Biogasanlagen, die bald aus der EEG-Vergütung fallen. Speziell für die Solarbranche ist es bitter, dass bisher noch keine Entscheidung über die Abschaffung des 52-GW-Solardeckels gefallen ist.

CO2-Emissionen fallen stark ab

Im Bezug auf das Klima hat die nun stagnierende Wirtschaftsleistung einen positiven Einfluss auf die CO2-Emissionen: Sie fallen stark ab. Kein Anreiz, kein Appell und auch kein Gesetz hätte einen so schnellen Effekt für das Klima hervorgebracht wie die Coronakrise. Diese Tatsache dient jedoch jetzt manchen Unternehmen als Ausrede, die dazu führt, dass der Klimaschutz gesellschaftlich wieder an Bedeutung verliert.

Leider gehen die derzeitigen positiven Bedingungen fürs Klima also mit vielen negativen Begleiterscheinungen einher. Menschen verlieren voraussichtlich ihre Arbeitsplätze und Unternehmer sind existenziell bedroht. Außerdem hat sich der Energieverbrauch teilweise einfach nur verlagert, zum Beispiel aufs Internet. Für die Videokonferenz im Homeoffice brauche ich eben auch Energie aus der Steckdose.

Klimaschutz weiter im Auge behalten

Wenn wir unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben nach der Coronapandemie neu ordnen, sollte der Klimaschutz weiter in unserem Bewusstsein präsent sein. Es ist nicht sinnvoll, Unternehmen aus der alten Energiewirtschaft, wie zum Beispiel der Kohleindustrie finanziell zu stützen, um dann wieder weiterzumachen wie bisher. Das mag radikal klingen, aber ein Neuaufbau bietet auch die Chance, neue Rahmenbedingungen gleich aufs richtige Gleis zu setzen. Corona zeigt uns, wie folgenschwer eine globale Pandemie sein kann. Forscher und Klimaschützer zeichnen für die Zukunft Szenarien, die noch schlimmer sein könnten als die jetzige Pandemie. Um diese Option auszuschließen, sollten wir da weitermachen, wo wir vor 20 Jahren begonnen haben.

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