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Biomasse

Energiewende braucht die Bioenergie

von , am
15.02.2013

Berlin - Der neue Potenzialatlas "Bioenergie in den Bundesländern" wurde heute in Berlin vorgestellt. Er verdeutlicht die Chancen der Biomasse für jedes einzelne Bundesland.

Der Potenzialatlas Bioenergie der Agentur für Erneuerbare Energien.
Energie aus Biomasse hat mit über acht Prozent Anteil am deutschen Endenergieverbrauch den größten Anteil an der Bereitstellung Erneuerbarer Energien. Die Rohstoffe, die dies ermöglichen, entstammen drei Gruppen von Herkünften: Energiepflanzen, Wald- und Resthölzer sowie Abfälle aus Landwirtschaft und Biotonne.
Im neu erschienenen Bundesländer-Potenzialatlas Bioenergie, herausgegeben von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), werden die Möglichkeiten und Grenzen dieser drei Gruppen aktuell und in den nächsten Jahren, bis 2020, untersucht.

Potenziale nach Bundesländern aufgelistet

Ausschnitt aus dem Teilkapitel Brandenburg
Da die Potenziale je nach regionalen Gegebenheiten in Deutschlands Regionen sehr unterschiedlich sind, gibt es in dem Potenzialatlas eine genauere Betrachtung jedes einzelnen Bundeslandes. Auf jeweils drei Doppelseiten werden die heutige Energienutzung dargestellt sowie in vier Szenarien Entwicklungsmöglichkeiten beschrieben. So lässt sich abschätzen, in welchen Bandbreiten Bioenergie im Jahr 2020 zur Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung eines Bundeslandes beitragen kann. Mit mehr als 200 Karten und zahlreichen Infografiken bietet der Potenzialatlas einen anschaulichen Überblick.

Es gibt noch Potenzial

In den einzelnen Bundesländern kann die Nutzung der Biomasse noch steigen, erläuterte Prof. Daniela Thrän bei der Präsentation des Atlas in Berlin. Die Bereichsleiterin Bioenergiesysteme am Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) in Leipzig hat maßgeblich zu dessen Entwicklung beigetragen. In Studien des DBFZ wurden sowohl die Potenziale als auch die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für Biomasse ermittelt. "Als vielseitig einsetzbare Energiequelle hat Biomasse für die Energiewende einen hohen Stellenwert", erklärte sie - und das gelte ausdrücklich für alle drei Herkünfte: Energiepflanzen, Holz und Reststoffe. "Dort, wo Monokulturen auftreten, werden diese häufig nicht durch Energiepflanzen verursacht."

Die Kilowattstunde zu richtigen Zeit

Für Daniel Hölder, Leiter Energiepolitik bei der Clean Energy Sourcing GmbH, sieht eine wichtige zukünftige Aufgabe der Biomasse darin, Flexibilitätsreserven für den Ausgleich der fluktuierenden Stromerzeugung aus Wind und Sonne zu bieten. "Wir brauchen qualitatives Wachstum! Bioenergieanlagen werden zukünftig die Aufgabe haben, die Netze zu stabilisieren und Strom dann zu erzeugen, wenn nicht genügend Wind und Sonne zur Verfügung stehen." Und diese "Lieferung der kWh zur rechten Zeit" werden sich die Erzeuger dann auch angemessen bezahlen lassen. Doch oft genug werde der Fokus nur auf den Stromsektor gerichtet, bedauerte Hölder. Dabei seien sowohl der Wärme- als auch der Kraftstoffsektor ebenso bedeutend.
Im Verkehrssektor werden Biokraftstoffe auf mittlere Sicht die einzige Möglichkeit bleiben, Erneuerbare Energien zu nutzen, betonte er. Welche Reserven noch brachliegen, zeigt der Potenzialatlas am Beispiel Stroh: Mehr als 20 Millionen (Mio.) Strohballen können rund 1,3 Mio. Haushalte ein Jahr lang mit Strom und etwa 2,2 Mio. Haushalte mit Wärme versorgen.
 
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