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Energiewende: Verbände präsentieren Sofortprogramm

von , am
09.08.2012

Berlin - Die Energiewende beschleunigen statt zerreden: Das ist Ziel eines Sofortprogramms, das BUND, der Bundesverband Erneuerbare Energie und die Energieeffizienz-Initiative DENEF vorgelegt haben.

Ökostromumlage: Erstmals seit Einführung sinkt die EEG-Umlage. © K.-U. Häßler/fotolia.com
"2050 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen und bis 2020 soll der Stromverbrauch in Deutschland um ein Zehntel niedriger sein. Diese Ziele der Bundesregierung lassen sich nur erreichen, wenn die Energiewende nicht zerredet, sondern wenn sie beschleunigt wird", sagt Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gestern vor der Berliner Presse.
 
Weiger kritisiert vor allem Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der die Energieeffizienz blockiere und den Ausbau der erneuerbaren Energien immer wieder in Frage stelle. "Die Angstmache vor der Energiewende und unseriöse Behauptungen über dadurch ausgelöste Strompreiserhöhungen helfen nicht weiter. Nötig wäre eine zupackende Energiepolitik seitens der Bundesregierung und dafür legen wir heute ein Sofortprogramm vor", sagte Weiger.

Mehr Verlässlichkeit angemahnt

Der Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Dietmar Schütz, forderte die Politik zu mehr Verlässlichkeit auf. Notwendig seien ein klares Bekenntnis zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als wichtigstem Ausbauinstrument für erneuerbare Energien im Stromsektor und eine gerechtere Kostenverteilung. Während stromintensive Unternehmen immer weiter entlastet würden, steige der Beitrag zum Umbau der Energieversorgung bei privaten Haushalten und kleineren Unternehmen überproportional. Im Wärmebereich müsse die Bundesregierung eine umfassende Gesetzesnovelle auf den Weg bringen, die bei Neubauten und im Gebäudebestand einen wahren Boom der erneuerbaren Energien zum Heizen auslöse, verlangte Schütz.
 
Effizienz dämpft Kosten
 
Carsten Müller, Vorstandsvorsitzender Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), verwies darauf, dass nur durch eine konsequente Effizienzpolitik Energiekosten gedämpft und die Abhängigkeit von teuren Energieimporten beendet werden könne. Erforderlich sei eine klare und verbindliche Ordnungs- und Förderpolitik für mehr Energieeffizienz über 2020 hinaus. Dazu gehöre die Schaffung einer zuverlässigen und haushaltsunabhängigen Finanzierung, die durch einen unabhängigen Marktakteur mit konkreten Zielvorgaben koordiniert wird. Nur so könnten die Finanzierung der energetischen Gebäudesanierung verstetigt und Marktanreize zum Einsatz effizienter Produkte ausgelöst werden.
 
Müller nannte als mögliche Programme "Abwrackprämien" für Stromfresser wie veraltete Kühlgeräte und Pumpen. Dringend modernisiert werden müssten auch ineffiziente Antriebe in Industriebetrieben oder kostenintensive Beleuchtungs- und Heizungssysteme in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden.
 

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