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Erneuerbare Energie: Die Hälfte stammt aus Rohstoff Holz

von , am
03.12.2012

Brüssel - Holz und Holzabfälle machten nach Angaben von Eurostat nahezu die Hälfte des EU27-Verbrauchs an erneuerbaren Energie aus.

Die Rahmenvereinbarung soll Bestimmungen zum vermessen und sortieren von Rohholz enthalten. © Rainer Sturm
Im Jahr 2010 trugen Holz und Holzabfälle fünf Prozent zum Bruttoinlandsenergieverbrauch in der EU-27 bei. Sie machten nahezu die Hälfte des Verbrauchs an regenerativer Energie aus. Die Situation bezüglich Verbrauch und Produktion ist allerdings in den einzelnen Mitgliedsländern sehr unterschiedlich. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung von Eurostat hervor.
 
Innerhalb der EU-Mitgliedstaaten wurden im Jahr 2010 die höchsten Anteile von Holz und Holzabfällen am gesamten Bruttoinlandsenergieverbrauch in Lettland (27 Prozent), Finnland (21 Prozent) und Schweden (19 Prozent) verzeichnet, während sich dieser Anteil in Zypern, Luxemburg und dem Vereinigten Königreich auf  ein Prozent  oder weniger belief. In Österreich lag er mit 13 Prozent ebenfalls auf einem hohen Niveau.

Anteile von über 80 % in Estland, Litauen, Finnland und Polen

In der Mehrzahl der Mitgliedstaaten waren im Berichtsjahr Holz und Holzabfälle die Hauptquelle für erneuerbare Energie. So betrug ihr Verbrauchsanteil innerhalb der erneuerbaren Quellen in Estland 96 Prozent, in Litauen 88 Prozent, in Finnland 85 Prozent, in Polen 81 Prozent, in Lettland 78 Prozent und in Österreich immerhin 50 Prozent, meldet Eurostat. Relativ gering fiel dieser Anteil in Zypern (13 Prozent) und in Italien (24  Prozent) aus.

Brennholz hatte Anteil von 21% an der Rundholzerzeugung

Rundholz kann in zwei verschiedene Kategorien unterteilt werden: Industrierundholz und Brennholz. Im Jahr 2011 wurden 429 Millionen Kubikmeter Rundholz in der EU-27 erzeugt, wovon in etwa ein Fünftel Brennholz war, welches damit einen wichtigen Beitrag zur Produktion von Energie leistete. Die Holzressourcen in der EU-27 werden in einer nachhaltigen Weise verwendet, da der Umfang des Zuwachses den Umfang der Holzproduktion um etwa die Hälfte übersteigt. Dies deutet laut Eurostat ebenfalls darauf hin, dass ein möglicher weiterer Anstieg der Nachfrage nach Brennholz nachhaltig zu decken wäre.

Produktion von Holz in der EU27 im Fokus

Im Jahr 2011 war die Produktion von Rundholz in Schweden (72 Millionen Kubikmeter), Deutschland (56 Millionen Kubikmeter), Frankreich (54 Millionen Kubikmeter) und Finnland (51 Millionen Kubikmeter) am höchsten. Zusammen entfiel auf diese vier Mitgliedstaaten mehr als die Hälfte der gesamten Rundholzproduktion in der EU. Die österreichische Erzeugung belief sich auf 18,7 Millionen Kubikmeter.

79 Prozent Industrieholzanteil

In nahezu allen Mitgliedstaaten überwog 2011 die Produktion von Industrierundholz (EU-Schnitt 79 Prozent); die höchsten Anteile verzeichneten Irland, Luxemburg, Portugal und die Slowakei (jeweils 93 Prozent an der gesamten Rundholzproduktion). Österreich lag mit 73 Prozent im EU-Mittelfeld. Am Ende der Tabelle rangierten Italien (26 Prozent) sowie Griechenland (28 Prozent) und Ungarn (48 Prozent). Diese drei Mitgliedstaaten erzeugten mehr Brennholz als Industrierundholz.

Jahr der nachhaltigen Energie für alle

Diese Zahlen wurden von Eurostat, dem statistischen Amt der EU, aus Anlass des "Internationalen Jahres der nachhaltigen Energie für alle", veröffentlicht. Die Ausrufung dieses Jahres erfolgte im Januar 2012 durch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf dem Weltgipfel für Zukunftsenergie ("World Future Energy Summit ") in Abu Dhabi. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für einen nachhaltigen Zugang zu Energie sowie für Energieeffizienz und regenerative Quellen zu sensibilisieren.
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