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Biogas

Erneuerbare Energien - Zukunft Biogas

von , am
25.09.2013

2011 gingen über 1.000 Biogas-Anlagen ans Netz. Ein Rekord. Heute - zwei Jahre später - kämpfen etliche Biogas-Unternehmen um das wirtschaftliche Überleben.

 
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz und strenge Auflagen erschweren die Investition in die Biogasanlagen. Banken sind zögerlich bei der Kreditvergabe. Landwirte wenden sich von Biogas ab, weil die gesellschaftliche Akzeptanz ebenfalls zu schwinden droht. Trotz dieser Schwierigkeiten bleiben viele Akteure optimistisch und sind bereit große Summen in die Hand zu nehmen.

Gesamtwirkungsgrad mit Repowering erhöhen

Ein wesentlicher Aspekt für die Umsetzung ist das sogenannte "Repowering". Es bietet den Firmen weiterhin ausreichend Absatzmöglichkeiten und den Betreibern Zukunftschancen. Bereits in Betrieb stehende Biogasanlagen stehen zunehmend vor der Notwendigkeit, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Effizienzsteigerungen werden in den kommenden Jahren immer wichtiger und können durch die Umsetzung verschiedenster Maßnahmen erfolgen. So können viele Einzelmaßnahmen vorgenommen werden, wie etwa der Einbau hocheffizienter Blockheizkraftwerke, Hightech-Überwachungsanlagen zur optimalen Führung der Fermenterkühlung, aber auch der simple Ersatz von Anlagenteilen durch Werkstoffe aus der Raumfahrttechnik, die den Gesamtwirkungsgrad erhöhen.
 
Im Fokus der Anlagenbetreiber stehen natürlich zunächst ökonomische und zeitliche Gründe, die über den Erfolg der geplanten Investitionen entscheiden. Für eine aussagekräftige Kosten-Nutzen-Analyse sollten vor jeder Investition die Schwachstellen der Biogasanlage festgestellt und hierzu nach umfassenden Lösungen gesucht werden. Diesbezüglich ist es unbedingt notwendig, die verfahrensrelevanten Kennzahlen der Anlage zu kennen.

Strom direkt vermarkten

Doch nicht nur die Technik ist für den Erfolg entscheidend, auch die Direktvermarktung des Stroms bietet neue Möglichkeiten für Biogasanlagenbetreiber. Durch die Novellierung des EEG zum 1.1.2012 wurde zum Zweck einer verstärkten Marktheranführung von erneuerbarem Strom die Möglichkeit der Direktvermarktung erheblich verbessert. Das gilt auch für bereits bestehende Anlagen. Biogas kann als einzige Erneubare-Technik Strom bedarfsgerecht produzieren.
 
Wer seinen aus Biogas erzeugten Strom direkt und bedarfsorientiert vermarktet, kann eine Markt- sowie eine Flexibilitätsprämie erhalten. Im Vergleich zu den bislang geltenden Vergütungsregelungen lassen sich damit höhere Gewinne realisieren. Zusätzliche Erlöse können Anlagenbetreiber erzielen, die mit ihrer Biogasanlage überwiegend dann Elektrizität produzieren, wenn die Nachfrage und damit der Preis besonders hoch sind. Für die dazu notwendigen Investitionen hat der Gesetzgeber die sogenannte Flexibilitätsprämie eingeführt.
 
Von Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg der Direktvermarktung ist auch die Vereinbarung mit dem Händler, an den der Betreiber seinen Strom veräußert. Hier sind unterschiedliche Geschäftsmodelle denkbar. Sie reichen von fixen Preisen bis hin zu einer Beteiligung des Betreibers an den vom Händler beziehungsweise Vermarkter erzielten Zusatzerlösen. Auch die vertragliche Risikoverteilung, zum Beispiel in Fällen des Anlagenausfalls kann sich unterscheiden.
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